Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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232 Zweiundvierzigſtes Kapitel.

hatten einander, ehe ſie ihre Arbeit begannen, wichtige Begeben⸗ heiten mitzutheilen. Von draußen herein kamen Bäuerinnen und brachten Eier und Butter auf den Markt, ſie hatten meiſtens ſchon einen weiten Weg zurückgelegt, ſahen etwas übernächtig und ver⸗ ſchlafen aus, und wenn ſie zuweilen tief aufathmend einen Augen⸗ blick ſtehen blieben, ſo kam der Hauch aus ihrem Munde wie eine blaue Wolke hervor. Das ging aber Alles an einander vorüber und Keines bekümmerte ſich viel um die Begegnenden; die Buben liefen in das Haus zurück oder auf ihre Spielplätze, die Hunde ſuchten den warmen Ofen wieder auf und die Wäſcherinnen began⸗ nen, immerfort plaudernd, ihr Geſchäft.

So mochte es vielleicht neun Uhr geworden ſein, als von draußen herein gegen die Stadt zwei Leute kamen, die in eifrigem Geſpräch neben einander gingen. Es war ein Mann und eine Frau, Letztere in der Tracht der Bauernweiber, und, daß wir es dem geneigten Leſer nur geſtehen, Beide gehören bereits zu unſerer Bekanntſchaft: ſie war jene Bauersfrau, welche wir bei Madame Becker geſehen, wo ſie der unglücklichen Näherin den Tod ihres Kindes angezeigt; und wenn wir von dem Manne, der neben ihr ging, ſagen, daß er trotz der Kälte des Morgens einen ziemlich dünnen, abgeſchabten ſchwarzen Frack trug, hohe, etwas gelbe Hemdkragen hatte, dazu einen fuchſigen Hut, und daß er mit gro⸗ ßem Anſtande daher ſchritt, ſo wird Niemand mehr im Zweifel ſein, daß es der ſehr ehrenwerthe Herr Sträuber war, den wir in jener Nacht im Fuchsbau kennen zu lernen das Vergnügen hatten.

Herr Sträuber trug heute zur Vervollſtändigung ſeiner Toi⸗ lette graue baumwollene Handſchuhe, auch dampfte in ſeinem Munde eine Cigarre. Er ging mit großer Würde neben der Frau her, und wenn er ſo zuweilen im Geſpräche ſteif und wichtig mit dem Kopfe nickte, ſo gab er ſich das Anſehen eines vornehmen Herrn, der zufällig mit einer ganz geringen Perſon ſpazieren geht und

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