230 Zweiundvierzigſtes Kapitel.
was du mir verſprochen, lebe, bis wir uns wieder ſehen, und glaube mir, wir ſehen uns bald wieder. Sei auch verſichert, daß du meinem Blicke nicht entgehſt, und wenn du je dein gegebenes Wort brechen wollteſt und doch zum Selbſtmörder werden, ſo ſchaue vorher auf die Seite, du wirſt meine Augen auf dich gerich⸗ tet finden, dich warnend und zurückziehend, wie ich es in dieſer Stunde gethan.— Und nun lebe, und lebe ſo gut du kannſt.“—
Damit ſchwieg die Stimme, und als ſich der junge Mann ein paar Minuten nachher empor richtete, um einige Worte zu entgeg⸗ enen, bemerkte er zu ſeinem größten Entſetzen, daß die Geſtalt ne⸗ ben ihm verſchwunden und nirgends mehr zu ſehen war. Und doch hatte er weder einen Tritt noch das Rauſchen des Mantels vernommen. Er war wieder ganz allein in der Nacht, Alles um ihn her in tiefe Finſterniß gehüllt, nur der Himmel über ihm ſah etwas lichter aus, und der glänzende Stern mit dem bläulichen Lichte ſtrahlte in heller Pracht auf ihn hernieder.
Zu gleicher Zeit ſchlugen die Kirchenglocken klar und deutlich ein Uhr nach Mitternacht.
Zweiundvierzigſtes Kapitel. Spaziergänge des Herrn Sträuber. Noch in der letzten Hälfte der Nacht, von der wir im vorigen
Kapitel erzählten, änderte ſich das Wetter; der Wind war nach Oſten herumgeſprungen, hatte die trüben Wolken vor ſich hergejagt
—


