Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Am Kanal. 221

Daran dachte er jetzt, und wie der Waſſertod ſo gar nichts Unbehagliches oder Schreckliches habe. Heute war es freilich dun⸗ kel; kein Sonnenſtrahl erhellte das Waſſer, aber das erſchien ihm um ſo beſſer; er ſah da nichts mehr, was ihn an das freundliche Leben draußen gemahnt hätte, er konnte die Augen getroſt ſchließen, um abzuwarten, bis jener geheimnißvolle Geſang näher und immer näher komme.

Schlafen, ſchlafen Ruhe! flüſterte es drunten; und eine andere Stimme ſagte etwas dazwiſchen, was ihm ſchrecklich war, aber doch wieder Troſt verlieh. Er hatte nämlich den Blick einen Moment gegen den Himmel erhoben und bemerkte da einen klaren, glänzenden Stern, der ſtrahlend im blauen Lichte die Wolkenmaſſe durchbrechen zu wollen ſchien. Dabei hatte er plötzlich an ſie ge⸗ dacht, wie ein Blitz hatte ihr Bild ſeine ganze Seele erfüllt, und darauf grauste es ihm eine Sekunde lang vor dem finſteren Waſ⸗ ſer, um ihn gleich darauf wieder mächtiger hinzutreiben. Der Stern verſchwand, das Licht in ſeinem Herzen erloſch, und es war dort wieder nächtlich finſter. Er beugte ſich abermals über das Waſſer herab und ſogleich begannen die Wellen wieder ihre beruhigende, verſtändliche Melodie; ſchlafen, ſchlafen Ruhe, ſangen einige, und andere, die vielleicht wußten, daß er ein paar Augenblicke vorher an das Mädchen gedacht, rauſchten dazwiſchen und murmelten: ſie wird dir folgen, ſie wird dir gewiß nach⸗ folgen, o, ſie kommt auch noch zu dieſer Stelle, und wenn ſie vor uns zurückſchaudert, ſo ſingen wir ihr alsdann gerade wie dir heute ein beruhigendes Wiegenlied, und wollen ihr getreulich erzählen, daß du voran gegangen und drüben auf ſie warten wer⸗ deſt. Gewiß, ſie kommt, glaube uns, wir ſind mitleidig und gut, und wir wollen ihre Seele rein waſchen, daß ſie es vermag, in herrlicher Klarheit vor dich hinzutreten.

Ach! jede Waſſerfläche hat für ein tief betrübtes und zerbro⸗