Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Einundvierzigſtes Kapitel.

Einundvierzigſtes Kapitel. Am Kanal.

Herr Beil eilte durch eine Hinterthüre auf den Hof, und da er hier mit der Oertlichkeit wohl vertraut war, ſo überſtieg er ein paar Zäune und befand ſich in kurzer Zeit auf der offenen Straße.

Es mochte nahe an Mitternacht ſein, als er ſo einſam zwi⸗ ſchen den Häuſern langſamen Schrittes dahin ging; er hatte die Hände auf den Rücken gelegt und war ſo in tiefe Gedanken ver⸗ ſunken, daß er es nicht einmal bemerkte, wie der ſcharfe Nachtwind, da er ohne Hut war, ſein Haar empor lüpfte und von der Stirne wehte. Auf den Weg, den er machte, achtete er nicht, wenigſtens blickte er nicht in die Höhe und ſchien ſogar nach einiger Zeit verwundert, als er ſich auf einmal durch eine Barridère aufgehalten fühlte, gegen die er hingeſchlendert war, ohne gerade heftig daran zu ſtoßen.

Dieſe Barrière befand ſich ziemlich weit außerhalb des Mittel⸗ punkts der Stadt, in einer öden und verlaſſenen Gegend, wo nur noch hie und da einige Häuſer ſtanden; ſie lief am Ufer des Kanals hin und hatte den Zweck, Jemand, der vielleicht ſorglos umher⸗ ſpazierte, vor dem Hineinfallen in das Waſſer zu bewahren, denn der Kanal war ſehr tief, auch ziemlich reißend, da er ein paar hundert Schritte abwärts von dieſer Stelle in deun Fluß mündete, der eine Seite der Stadt in einem weiten Bogen unſchloß.

Unſer Nachtwandler lehnte ſich mit beiden Armen auf das Geländer und ſchaute gedankenvoll in das dunkle Waſſer hinab. Man mußte das Auge zuerſt an die Finſterniß da unten gewöh⸗