Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Ein Abſchied. 213

es doch ein Glück, daß Herr Blaffer nicht zufällig aufblickte, denn er hätte ſonſt das Leuchten der beiden Augen ſehen müſſen, die feſt und mit ſchrecklichem Ausdrucke auf ihn gerichtet waren; es war ein Glück, ſagen wir, denn auf eine ſolche Entdeckung wäre viel⸗ leicht ein gräßlicher Auftritt gefolgt.

Noch einige Sekunden verharrte der Commis in ſeiner Stel⸗ lung, dann ſchritt er noch behutſamer als früher die weiteren Trep⸗ pen hinab bis auf den erſten Stock, und dort ſtand er eine Weile unſchlüſſig, tief aufathmend, in eifriger Ueberlegung. Neben ihm war die Treppe, die weiter hinab führte, gerade vor ihm befand ſich eine Thüre, die ihn mächtig anzog. Doch hatte er ſich ſchon der Treppe zugewandt, um aus dem Hauſe zu entfliehen, als er einen kleinen Lichtſchein bemerkte, der nicht breiter als ein Meſſer⸗ rücken von dieſem Zimmer auf den Gang heraus fiel. In dem Gemach auf der andern Seite hörte er jetzt den Prinzipal laut huſten, und bei dieſem Geräuſche machte er einen Schritt gegen die leuchtende Spalte, er that auch noch einen zweiten, dritten und vierten, und endlich ſtand er dicht vor der Thüre, die, wie er ſah, nicht verſchloſſen war. Sie gab dem Drucke ſeiner Hand nach, und er trat in ein kleines Zimmer, welches in ein anderes führte, aus dem auch der Lichtſtrahl kam, den er vorhin auf dem Gange bemerkt.

Leiſe näherte er ſich dem letzteren, deſſen Thüre geöffnet war und als er jetzt auf der Schwelle ſtand, ſah er in das Schlafzim⸗ mer des Mädchens und bemerkte ſie ſelbſt, die halb entkleidet auf ihrem Bette ſaß, die Hand auf dem Schooße gefaltet hatte; und obgleich ſie den Kopf tief auf die Bruſt herabgeſenkt, bemerkte er doch, daß ſie weinte, denn dicke Tropfen ſielen, glänzend in dem Strahl des Lichtes, auf ihre Knie herab.

Das Geräuſch, das er machte, als er unter die Thüre trat, hörte ſie augenblicklich, denn ſie erhob ihren Kopf, erſchrak auch