Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Ein Abſchied. 209

verſtehe, und thun Dinge, die ich nicht begreife.— Warum wollen Sie alle Ihre Sachen hier laſſen, da Sie doch nicht mehr in dies Haus zurückkehren werden, und da Sie keine anderen haben, wie ich wohl weiß?“

„Das Letzte iſt vollkommen richtig,“ entgegnete lächelnd Herr Beil;„aber unter uns geſagt, ich bin eben im Begriff, in eine neue Carriere zu treten, und einen ganz anderen Menſchen anzu⸗ ziehen. Und daran würden mich dieſe Fetzen hindern; ſprechen wir alſo nicht weiter darüber, thun Sie, was ich Ihnen geſagt und laſſen Sie mich ohne Sang und Klang meiner Wege ziehen.“

„O, es kann Ihr Ernſt nicht ſein, heute Nacht dies Haus zu verlaſſen! Es iſt ſchon ſpät, Sie werden kaum noch ſonſt irgendwo eine Thüre offen finden.“

„O ja, ich finde ſchon noch ein Haus offen,“ verſetzte der Andere mit einem leichten Schauder,„und wenn ich da einmal eingetreten bin, ſo wird meine Ankunft einiges Geräuſch verurſa⸗ chen; es werden ſich um mich Leute bemühen, die mich bis jetzt gar nicht gekannt, man wird mich auf's Feinſte bedienen und ich werde mehrere Kammerdiener haben, die für meinen Anzug und meine Friſur ſorgen; darauf wird man ſich auch bemühen, mir ein eigenes Haus zu bauen, und wenn ich dort eingezogen ſein werde, ſo könnte es mir am Ende auch wie einem hohen Herrn ergehen, der von ſeiner Grafſchaft Beſitz nimmt, bei deſſen Ankunſt die Glocken zuſammen läuten und das Volk herbeiſtrömt.“

„Ach! Sie machen wieder Ihre Späſſe,“ entgegnete der Lehr⸗ ling.„Wenn Sie ein ſolches Haus haben könnten, ſo würden Sie ſchon lange dahin gegangen ſein und hätten nicht Jahre lang dieſes Leben geführt.“

„Da haben Sie wieder einmal Recht,“ ſagte tief bewegt Herr Beil, während er ſeine Hand auf die Schulter des jungen Men⸗

ſchen legte.„Kinder und Narren ſprechen die Wahrheit. Ich hätte Hackländers Werke. XVII. 3 14