Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Papier und Schlüſſel. 43

auch zuweilen den Kopf nach mir wenden, wirſt mir einen kleinen, kleinen Blick ſchenken. Nicht wahr, meine liebe, ſüße Auguſte?

Ja, ich werde das thun und werde es gern thun, entgeg⸗ nete das Mädchen. Und dabei ſenkte ſie ihren Kopf etwas auf die Seite, wodurch es ihm möglich gemacht wurde, ſie leicht auf die Stirne zu küſſen.

Der Baron hatte noch immer ihre Hand mit der ſeinen ge⸗ faßt, und beide ruhten auf ihrem Schooße auf der kühlen Fläche des glatten Atlaß, womit ſie bekleidet war. An dem Gürtel trug das Mädchen eine Chateleine von polirtem Eiſen, deren Ende mit den vielen bekannten Kleinigkeiten verſehen auf ihrem Knie ruhte. Zuweilen ließ der Baron ihre Hand los und faßte die glänzenden Kettchen an, die er leicht aufhob, um dann ein paar Sekunden lang mit dem Fingerhut, der Scheere, dem kleinen Büchlein und anderen Sachen, die daran hingen, zu ſpielen.

Nach Augenblicken wie der vorhergegangene, iſt es angenehm, ſinnend und betrachtend ſtillſchweigen zu dürfen, oder Fragen über gleichgültige Dinge zu ſtellen, die aber, in einem gewiſſen unbe⸗ ſchreiblichen Tone geſtellt, liebenswürdig neckend und mit zärtlichem Ausdrucke der Stimme beantwortet werden.

Ah! ſagte der Baron nach einer Pauſe,was iſt das für ein Schlüſſel? Aber geſtehen Sie mir die Wahrheit, Auguſte; er iſt zu groß, als daß er zu irgend einem Neceſſaire oder Käſtchen der jungen Dame gehören könnte. 1

Das iſt mein Geheimniß, entgegnete ſie ſchalkhaft,und ich werde es Ihnen unter keiner Bedingung anvertrauen.

Jetzt gerade verlange ich es zu wiſſen. Sie haben meine Neugierde erregt und die muß befriedigt werden. Nehmen Sie ſich in Acht, Auguſte, ſetzte er ſie zärtlich anblickend hinzu,ich bin eiferſüchtig wie Othello. Und bei dieſem außergewöhnlichen Schlüſſel erwacht begreiflicher Weiſe mein Argwohn.

O Tyrann, der Sie ſind! Vorhin haben Sie kaum gewagt,