Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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34 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

Das war auch meine Idee, erwiderte der Präſident,weß⸗ halb ich glaube, Alles auf's Beſte arrangirt zu haben. Hier iſt das Papier, leſen Sie, Baron. Kommt der Burſche morgen wieder, ſo wollen wir ihm allerdings etwas genauer auf den Zahn fühlen, und ſollten wir darauf hin uns weiter mit ihm einlaſſen, ſo wäre es nur, daß er neue und glaubwürdige Angaben machte.

Woran ich ſehr zweifle, antwortete der Baron, während er mit gleichgültiger Miene das Papier in die Hand nahm. Doch zuckten ſeine Finger faſt unmerklich, als er es nun öffnete.Ja, ja, ſagte er,das iſt die ungebildete Handſchrift eines Bedienten, und die Adreſſe auf's Genaueſte angegeben, auch beigefügt, auf welche Art man ihn benachrichtigen könne, ohne daß ſein Herr et⸗ was merkt. In der That, ich fürchte auch, der Verſtand dieſes Burſchen hat einigermaßen Noth gelitten.

Laſſen Sie das Papier ſehen, ſagte die Präſidentin und ſtreckte die Hand darnach aus.

Der Baron reichte es ihr auf die graziöſeſte Art, doch folgte ſein blitzendes Auge ſcharf beobachtend allen ihren Bewegungen und ſeine Zähne preßten ſich unwillkürlich auf einander, als ſie das Papier, nachdem ſie es geleſen, zuſammen knitterte und Miene machte, es in den lodernden Kamin zu werfen.

Der geneigte Leſer muß ſchon unſeren Worten glauben, daß dies ein qualvoller Moment für den Herrn von Brand war. Ob⸗ gleich ſein Geſicht die größte Gleichgültigkeit affektirte, ſo wagte er doch kaum zu athmen und fühlte ſich in die größte Spannung verſetzt; glücklicher Weiſe aber hielt Auguſte die Hand ihrer Mut⸗ ter auf, entnahm ihr das Papier und faltete es langſam aus ein⸗ ander, um es ebenfalls zu leſen. Hiebei durfte der Baron unge⸗ zwungen ihre kleinen weißen Hände betrachten, die das unglückſelige Blatt hielten, ſowie dem Lauf ihrer Augen folgen, welche die har⸗ ten Schriftzüge durchliefen. Nachdem ſie geleſen, knitterte ſie das