Räubergeſchichten. 35
Papier ebenfalls zuſammen, warf es aber nicht in den Kamin, ſondern ließ es achtungslos neben ſich auf den Teppich fallen.
Der Baron blickte mit gierigem Auge darauf hin, indem er mit Sehnſucht auf eine glückliche Gelegenheit lauerte, den kleinen Knäuel an ſich zu bringen. Doch ließ ſich dies nicht leicht ohne Aufſehen thun, er hätte zwiſchen Vater und Mutter hindurch ſchlüpfen oder es ſich noch einmal zur Anſicht reichen laſſen müſſen. Doch gab dies ſeine Klugheit nicht zu.
Unterdeſſen hatte ſich auch ſein Beſuch über die gewöhnliche Zeit ausgedehnt und er mußte fürchten, dem Präſidenten beſchwer⸗ lich zu fallen. Doch half ihm ſein gutes Glück über dieſe Klippe hinweg.
„Sie werden mir verzeihen,“ ſagte nämlich der alte Herr, daß ich Sie verlaſſen muß, aber meine Geſchäfte rufen mich in die Kanzlei. Es iſt meine Stunde, wo ich den Rapport der verſchie⸗ denen Polizei⸗Commiſſäre empfange; bleiben Sie aber ruhig bei den Damen. Ich glaube nicht, daß ihr etwas Beſonderes vorhabt.“ — Dabei ſah der Chef der Polizei ſeine Frau an, und der Baron warf auf Auguſte einen der glühendſten Blicke, den er aufwenden konnte, worauf Beide wie aus einem Munde ſagten, daß ſie ſich außerordentlich geſchmeichelt fühlten, wenn der liebenswürdige Freund des Hauſes ſie noch einige Zeit ſo vortrefflich unterhalten wolle wie bisher.
Der Präſident erhob ſich ernſt und würdevoll, ſeine Finger glitten von der Naſe herab, als er ſeine Hand dem Baron zum Abſchied reichte. 4
Dieſer ſprang elaſtiſch in die Höhe, verſicherte, er verdanke dem Präſidenten eine angenehme Morgenſtunde, werde aber nächſtens um dieſelbe Zeit wieder kommen.—„wenn es mir nämlich,“ ſetzte er hinzu,„einmal erlaubt wäre, höchſt indiseret zu ſein.“
Der Präſident ſah ihn fragend an. 8
„Es iſt kindiſch, was ich da ſage,“ fuhr der Baron lachend


