Räubergeſchichten. 33
jener Spitzbubenbande in die Hände zu ſpielen, daß es uns ordent⸗ lich ſtutzig machte.“
„Sehen Sie dieſe Phantaſieen!“ rief lachend der Baron.„Ja wahrhaftig, man ſollte dieſem Herrn A. alle Dienerſchaft verbieten; er macht aus den armen Teufeln complette Narren.“
„Ja, ich glaube auch, daß es dieſem Kerl nicht recht im Kopfe war; er verlangte zweitauſend Gulden, und dann wollte er uns den Ort, die Zeit der Zuſammenkünfte, Alles auf's Beſtimmteſte an⸗ geben; natürlich habe ich darüber nicht zu verfügen, und müßte zuerſt an die vorgeſetzte Behörde berichten.“
„Was du aber jetzt nicht thun wirſt,“ ſprach ziemlich entrüſtet die Präſidentin;„man könnte ja in die Gefahr kommen, ſich voll⸗ kommen ridicul zu machen.“
Der Präſident zuckte mit den Achſeln.„Es wäre wahrhaftig geſchehen,“ ſagte er,„ohne die intereſſanten Mittheilungen des vor⸗ trefflichen Barons; ich war eigentlich von Anfang an nicht dafür, die Sache zu beachten, aber mein Secretär meinte das Gegentheil.“
„Ueberflüſſiger Dienſteifer der Subalternen!“ ſprach wegwer⸗ fend die Präſidentin.
Der Baron zuckte beiſtimmend mit den Achſeln.
„Er wollte ihn ſogar da behalten,“ fuhr der Chef der Polizei fort,„ich aber, der die Lächerlichkeit dieſer Angabe halb und halb durchſchaute, begnügte mich damit, ihn ſeinen Namen und Wohn⸗ ort auf dies Papier ſchreiben zu laſſen und ſchickte ihn ſeiner Wege, wobei ich ihm anbefahl, er ſolle morgen wieder kommen.“
„Ohne mich im Geringſten in den Gang Ihrer Geſchäfte mi⸗ ſchen zu wollen,“ ſagte der Baron mit einer ehrerbietigen Hand⸗ bewegung,„muß ich mir doch erlauben, Ihrer Handlungsweiſe voll⸗ kommen beizupflichten. Es würde den alten Mann draußen un⸗ ſäglich alterirt haben, wenn ſein Bedienter ſo plötzlich verſchwunden
wäre; es hätte ſeiner traurigen Phantaſie von Räubern und Mör⸗ dern neue Nahrung gegeben.“ Hackländers Werke. XVII. 3


