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Räubergeſchichten. 31
„Und er glaubte an dieſe Räubergeſchichten?“ fragte ſehr auf⸗ merkſam der Präſident.
„Vollkommen; in ſeiner Phantaſie exiſtirte eine ganze wohl⸗ organiſirte Räuberbande, die ſollte ihren Sitz— ich weiß nicht mehr wo— haben, und von der fabelte er mir ein Langes und Breites vor.“
„Ganz dieſelbe Geſchichte,“ ſagte der Präſident, wobei er ſeinem Riechwerkzeuge mehrere zärtliche Naſenſtüber gab.
„Ich mußte ihn entlaſſen,“ fuhr Herr von Brand fort, ohne, wie es ſchien, auf jene Worte zu achten.„Er hätte mir die ganze Dienerſchaft angeſteckt, ja es war das ganz eigenthümlich, bei die⸗ ſem Menſchen complett zur fixen Idee geworden. Wenn er mit dem Wagen vor irgend einem Laden hielt, ſo konnte er mir ſagen, während er den Schlag öffnete: ſehen Sie, Herr Baron, hier oder dort das ſchlechte Geſicht; der gehört auch mit dazu.“
„Und ließen Sie ſich von ihm nie einen Ort nennen, von dem er glaubte, dort könne die Räuberbande ihren Sitz haben?“
„O ja!— Und darin hatte er eine lebhafte Phantaſie; da nannte er mir ſcheinbar verdächtig ausſehende Orte und Winkel, irgend ein einſames Haus in einem ſtillen Stadtviertel, oder eine halb verfallene Schenke vor den Thoren. Ich weiß das nicht mehr ſo genan; ich habe die Details vergeſſen.“
Der Polizeipräſident ſtreckte ſich würdevoll in die Höhe, ſchaute einen Augenblick an die Decke, dann ſagte er:„ja, es iſt kein Zweifel: ganz dieſelbe coufuſe Geſchichte.— Aber es iſt doch höchſt merkwürdig.“
Der Baron ſchien die Worte des Papa's gar nicht zu beach⸗
ten, ſondern beſchäftigte ſich bäufig mit der Tochter, deren Sitz er
durch allerhand kleine Manöver mit ſeinem Fauteuil Zoll um Zoll näher rückte. Bald ließ er einen Handſchuh fallen, und um ihn zu erreichen, mußte er ſeinen kleinen Lehnſtuhl ein wenig vor⸗


