Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Räubergeſchichten. 27

Das iſt es auch, erwiderte der Präſident und ſetzte ſeine Naſe in Freiheit, da er mit der rechten Hand in die Rocktaſche griff und daraus ein Papier hervorzog.Die Livree,⸗ fuhr er fort,die auch mir ganz unbekannt war und das will viel ſa⸗ gen, denn auf der Polizei ſind wir ſo ziemlich von Allem dem unterrichtet gehört einem Herrn A., einem Privatmann, Ren⸗ tier, was weiß ich? kurz einem alten Herrn, der in ſeinem Hauſe vor dem E'ſchen Thore wohnt.

Richtig! rief der Baron, indem er ſich an die Stirne klopfte, wie kann man ſo vergeßlich ſein? Dem alten A. gehört die Livree, ganz recht! ganz recht! Nun, mein lieber Herr Prä⸗ ſident, ſetzte er mit einem vergnügten Lachen hinzu,wenn Sie mit dem in Verbindung treten, denn ich entnehme Ihren Wor⸗ ten, daß Sie ihn noch nicht kennen ſo werden Sie die Bekannt⸗ ſchaft eines ganz närriſchen und ſonderbaren Kautzes machen.

Ei, ei! machte der Chef des Polizeidepartements, indem er ziemlich bedächtig drein ſchaute.

Ein ganz eigenthümlicher und ſonderbarer Kautz, fuhr Baron Brand fort;ein Original.

So, ein Original? fragte lebhaft die Präſidentin.Das iſt mir intereſſant. Wir ſind wohl nie mit ihm in Berührung gekommen?.

Gewiß nicht, meine Gnädigſte, bemerkte der Baron, nach⸗ dem er vorher mit großer Aufmerkſamkeit die Glieder ſeiner gol⸗ denen Uhrkette geordnet, die ſich etwas verdreht hatten.Gewiß nicht; es iſt das ein Mann hoch in den Sechzigen, der ſelten aus dem Hauſe geht, Geſellſchaften nie beſucht, auch faſt gar keinen Umgang hat. Sie werden bei ſeiner kleinen Villa vor dem E'ſchen Thor zuweilen vorbei gekommen ſein; es iſt das ein Gebäude ganz mit dem Ausſehen einer Feſtung en miniature, rings herum Grä⸗ ben, dahinter Maueru, mit Eiſen beſchlagene Thore, kurz alle Apparate, um ſich einen gewaltigen Feind vom Leibe zu halten.