Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Räubergeſchichten. 25

er einſchlagen wollte. So viel war übrigens gewiß, daß er ſeine Richtung oft veränderte; ſtand dieſer würdige Beamte aber ein⸗ mal ſtille, ſo drückte er ſanft an ſeiner Naſe herum, als wolle er ſie ſich für künftige Dienſte freundlichſt geneigt erhalten.

Der Baron war aufgeſprungen und machte dem Chef der Polizei ein tiefes, ehrerbietiges Compliment, dann folgte ein freundſchaftlicher Händedruck, dann die Bitte, ſich gnädigſt nieder⸗ laſſen zu wollen, mit dem Verſprechen, es ebenſo zu machen, worauf Beide in ihre weichen Fauteuils zurückſanken, der Präſident ſteif, in aufrechter Haltung, nachdem er zuvor ſeine Naſe ſanft befühlt, der Baron elegant, graziös, dabei ſchlaff und zuſammengeſunken: jeder Zoll ein vollkommener Roué.

Ich hatte einen kleinen Streit mit den Damen, ſagte er mit niedergeſchlagenen Augen,den Sie, Herr Präſident, allein im Stande ſind, zu ſchlichten.

Der Baron behauptet nämlich, ergriff die Präſidentin lachend das Wort,der junge Graf Fohrbach habe heute Morgen an uns geſchrieben; es betrifft eine Wette, die dich übrigens nicht intereſſirt. Wir verſicherten den Baron, keinen der Leute des Grafen geſehen zu haben, er aber beharrte auf dem Gegentheil und be⸗ hauptete am Ende, wenn wir nichts davon wüßten, habeſt du ein Schreiben des Grafen Fohrbach erhalten.

Von Seiner Excellenz dem Kriegsminiſter? ſagte nachden⸗ kend der Präſident, indem er ſeine Naſe tief herabzog.Habe nichts von ihm erhalten.

Ach Gott! nein, entgegnete ſeine Gemahlin,von dem jungen Grafen, dem Adjutanten Seiner Majeſtät.

Von dem noch viel weniger, erwiderte der Chef der Poli⸗ zei.Worauf gründen Sie ihre Behauptung, beſter Baron? wandte er ſich an dieſen, wobei er ſeine Naſe losließ, die nun ein paar Zoll in die Höhe ſchnellte.

Auf meine beiden Augen, erwiderte der Baron;vor einer