Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Kapitel.

Ah! mein lieber Graf, Ihre Frage könnte mich beleidigen! Ich verſichere Sie, ich ſehe blos auf die inneren Eigenſchaften die⸗ ſes Mädchens. Aber um tugendhafte Bedenken Ihrer Seits zu beſchwichtigen, verſichere ich Sie, daß die erwähnte Perſon gerade nicht zu jung und auch gerade nicht zu hübſch iſt, ſo ſo, wie ich glaube; aber ſie kann einer Toilette aſſiſtiren wie keine und ſpricht Franzöſiſch.

Das wird ſich machen laſſen, meinte Graf Fohrbach,und wenn Ihnen wirklich ein Gefallen damit geſchieht, Baron, ſo kön⸗ nen Sie Ihrer Empfohlenen ſagen, ſie ſei ſchon ſo gut wie placirt. Und Sie wünſchen, daß ſie in's Schloß kommt?

Gerade daran wäre mir etwas gelegen; ſie ſoll eine ſehr brave Perſon ſein.

Ich werde mit der Frau von B. gelegentlich davon ſprechen. Aber hier iſt der Kaſtellplatz, wo ich Sie abſetzen ſoll. Er zog bei dieſen Worten heftig an der Schnur, die zum Kutſcher draußen führte, worauf der kleine Wagen faſt augenblicklich ſtille hielt.

Meinen doppelten Dank! rief der Baron lachend, nachdem er ausgeſtiegen;für die Kammerjungfer und die Fahrt.

Und meinen gleichfalls, entgegnete der Graf,für den Jäger und den Talisman. 4

Und der Wagen rollte davon.

Der Herr von Brand blieb an der Ecke des großen Kaſtell⸗ platzes ſtehen; es war dies, wie ſchon der Name beſagte, ein weiter Raum in der Nähe eines alten Schloſſes, in welchem ſich Archive und Möbelmagazine befanden. Dies alte düſtere Gebäude war mit Thürmen flankirt, und hatte eine Menge ein⸗ und ausſpringen⸗ der finſterer Winkel, von denen einige dazu dienten, das herabſtür⸗ zende Regenwaſſer aufzufangen, weßhalb ſich auf dem Boden der⸗ ſelben große zuſammengekittete Steinplatten mit einer vergitterten Oeffnung verſehen befanden, durch welche alle Feuchtigkeit ablief.