Jäger und Kammerjungfer. 13
nerſchaft die Adreſſe nicht ſieht. Ich ſtehe zu allen Gegendienſten bereit.“
„Mit großem Vergnügen,“ entgegnete Arthur, indem er das Billet neben ſich legte.„Wenn ich für meine Perſon die Adreſſe leſen darf, und es mir nicht zu ſehr aus meiner Route liegt, ſo werde ich ihn ſelbſt beſorgen, wenn es Ihnen recht iſt.“
„Natürlicher Weiſe!“ entgegnete der Graf lachend, während er fort eilte; und er ſagte noch unter der Thüre:„aber wenn Sie ihn ſelbſt überbringen, ſo nehmen Sie ſich in Acht; Sie könnten da in ein Kreuzfeuer von ſchönen Augen hinein kommen, das ſelbſt einem Maler gefährlich werden dürfte.— Adieu!“
Damit eilte er fort, ließ ſich im Fluge den Mantel umwerfen und traf den Baron ſchon an der Gartenthüre neben dem kleinen Coupé ſtehend. Beide ſetzten ſich ein und der Wagen ſchoß mit einer außerodentlichen Geſchwindigkeit davon.
„Da fällt mir eben ein,“ ſagte der Baron, der ſich jetzt in ſeine Ecke geſchmiegt hatte,„Sie könnten mir einen kleinen Dienſt erzeigen, Graf Fohrbach, und ich bin überzeugt, keine Fehlbitte zu thun, da heute Ihr Herz gegen mich von Dankbarkeit erfüllt ſein muß. Bedenken Sie, daß ich Ihnen einen vortrefflichen Jäger verſchafft, und daß ich Sie mit meinem Talisman ſiegeln ließ. Coeur de rose! Das ſind keine Kleinigkeiten!“
„Sie wiſſen, beſter Baron, daß ich mir auch ohne das ein Vergnügen daraus machen würde, Ihnen nützlich ſein zu können. — Wovon handelt es ſich?“—
„Ich komme mir ordentlich als Dienerſchafts⸗Commiſſionär vor,“ entgegnete gutmüthig lachend Herr von Brand.„Ich habe, wie geſagt, den Jäger placirt, jetzt habe ich noch eine vortreffliche Kammerjungfer zu vergeben, für die ich eine gute Stelle ſuche, wo möglich im Schloſſe. Es iſt ein ſehr braves und empfehlenswerthes Geſchöpf“
„Iſt ſie jung und hübſch?“


