Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Kapitel.

Ja, was iſt denn vorgefallen, mein beſter Graf? fragte er, indem er ſich in dem Spiegel über dem Kamin Haar und Bart zurecht ſtrich und dann an dem Feuer ſeine Fußſpitzen wärmte. Sie ſind ja wahrhaftig ganz aufgeregt!

Der Graf wollte von dem Petſchaft ſprechen, doch der Kam⸗ merdiener ſah ihn bittend an.Ach! ſagte er mit verdrießlichem Tone,ich bin mit einem meiner Leute nicht zufrieden, mit meinem Jäger, ich muß ihn fortſchicken, was mir ſehr unangenehm iſt. Es iſt überhaupt ſo ſchwer, ordentliche Leute zu bekommen.

Das weiß Gott! entgegnete der Baron, indem er ſich um⸗ wandte und die Hände auf den Rücken legte.Aber da fällt mir was ein. Vor ein paar Tagen wurde mir Jemand empfohlen, von ſehr guter Hand und dringend empfohlen, ein Menſch, der ſchon längere Zeit in W. in den beſten Häuſern diente, und oben⸗ drein ein gelernter Jäger. Für ſeine Ehrlichkeit und Treue kann man garantiren; wenn Sie's mit dem verſuchen wollten! 4

Warum nicht, auf Ihre Rekommandation! Er ſoll ſich bei meinem Kammerdiener melden, ich nehme ihn an.

Schön, ſagte der Baron mit ſeinem ſanfteſten Lächeln;da haben wir einmal wieder ein gutes Werk gethan. Er trat an den Tiſch, ſtützte ſich mit der linken Hand darauf und ſchlug mit einem Finger der rechten auf die Bronzeſchaale, daß ſie einen hel⸗ len Klang von ſich gab.Aecht? Antik? fragte er.

Ich habe ſie von einem Bekannten erhalten, der ſie in Pom⸗ peji erbeutet. Aber Teufel! es iſt ſchon drei Viertel auf Eilf. Laſſen Sie meinen Wagen vorfahren, ſagte er zu dem Kam⸗ merdiener, der ſich verdrießlich entfernte.Jetzt muß ich ſiegeln und habe mein Petſchaft verloren. Ah, Baron! rief er aus, Sie können mir helfen. Dabei fielen ſeine Blicke auf die gol⸗ dene Uhrkette des Anderen, an welcher ſich eine Menge Kleinigkeiten, unter Anderem auch ein orientaliſcher Ring mit einem Carniol befand, auf den einige arabiſche Buchſtaben geſchnitten waren.