Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Toiletten⸗Geheimniſſe. 245

Kleinigkeiten! verſetzte der Graf, indem er ſich auf die Lehne des Stuhles ſtützte.Wenn das Aauarell fertig iſt, ſo werde ich noch eine Büchſe dazu auftreiben. Es iſt Schade, daß ich Ihre Liebhaberei für alte Waffen nicht früher kannte, ich habe ſchon ſo manches werthvolle Stück verſchleudert. Doch indem ich hier plaudere, fällt mir ein, daß draußen der Baron ſitzt und wahr⸗ ſcheinlich ungeduldig meine Rückkunft erwartet.

Das glaube ich nicht; er ſitzt ruhig am Tiſche, trinkt ſeine Chocolade und liest die Zeitung. Eigentlich ein ſeltſamer Herr.

Allerdings iſt er in manchen Beziehungen ein ſonderbarer Menſch, aber ein guter Kerl und ich mag ihn wohl leiden.

Der Maler ſchaute ſich nach dem Salon um; als er aber ſah, daß der Teppich vor der Thüre hing, bſlikte er wieder auf ſeine Arbeit.

Unbeſorgt! lachte Graf Fohrbach, der dieſe Bewegung ge⸗ ſehen;das iſt Alles bei mir wohlweislich eingerichtet. Ich mag es nicht leiden, wenn die Bedienten zu viel hören; ich muß doch irgend ein Aſyl haben, wo ich vollkommen allein ſein kann. Beide Thüren, die zum Schlafzimmer und die zum Salon, haben geheime Federn und bleiben nie offen ſtehen. Sie fallen geräuſch⸗ los ins Schloß und ſind ſo ſorgfältig gearbeitet, daß nicht das lauteſte Wort durchdringen kann.

Kennen Sie den Baron ſchon lange? fragte anſcheinend gleichgültig der junge Maler.

Seit ungefähr einem halben Jahre; ich geh⸗ ſonſt nicht leicht neue Bekanntſchaften ein, aber er brachte mir von W., woher er kam, ganz außerordentliche Empfehlungen von guten Freunden. Auch amuſirt mich zuweilen ſein geziertes Weſen; er iſt dabei gut⸗ müthig, ſehr gebildet, hat viel geſehen und, wenn er will, erzählt er vortrefflich. Eine innige Freundſchaft möchte ich gerade nicht mit ihm eingehen, aber zum gewöhnlichen Umgang gefällt mir die