Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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244 Zwanzigſtes Kapitel.

Ohren haben. Iſt es ein ſchönes klares Wetter, ſo geht man ver⸗ gnügt auf und ab, ſummt auch, natürlicher Weiſe pianiſſimo, eine kleine Arie oder ſteht in ruhiger Beſchaulichkeit an einem der Fen⸗ ſter. Gibt es dagegen Wolken, ſo macht man ein ernſtes Compli⸗ ment, dreht den Schnurrbart ein klein wenig in die Höhe, oder rückt häufig an Säbel und Schärpe, um ja Alles in beſter Ord⸗ nung zu haben.

Und wenn nun der Barometer Sturm anzeigen ſoll?

Daun lehnt man ſich gedankenvoll an eine Tiſchecke, erwi⸗ derte der Graf, indem er ſeinen Säbel feſthakte,und hält vor allen Dingen den Federhut unter dem Arm. Es zeigt das an, daß man jeden Augenblick gewärtig ſein kann, zu irgend einer un⸗ angenehmen Commiſſion hinaus geſprengt zu werden.

Jetzt war die Toilette beendigt; der Kammerdiener ſteckte ſei⸗ nem Herrn ein parfumirtes Sacktuch in die linke Taſche des Waffen⸗ rocks, reichte ihm Federhut und Handſchuhe, und verließ darauf mit unhörbaren Schritten das Zimmer. Der Graf trat in das Nebengemach, ſtellte ſich hinter den Stuhl des Künſtlers, indem er das bald fertige Aquarell mit Wohlgefallen betrachtete. 4

Es war das Portrait einer ſchönen Frau, deren Jugend in die letzte Hälfte des vorigen Jahrhunderts fiel;z das ſah man an dem gepuderten Haar, und dem eigenthümlichen Schnitt des Kleides, das Bild der Großmutter des Grafen, von welchem Arthur ſei⸗ nem Freunde gerne eine ſchöne Copie machte.

Ich bin Ihnen für Ihre gelungene Arbeit ſehr dankbar, ſagte der Hausherr;ich habe ſchon lange gewünſcht, dies Bild zu beſitzen.

Von Dank kann keine Rede ſein, entgegnete der Maler. Ich bin noch ſtark in Ihrer Schuld; die beiden alten köſtlichen Reiterpiſtolen, die Sie mir neulich verehrten, ſind wahre Meiſter⸗ werke, und machen den ſchönſten Theil meiner Sammlung aus.

-.f .