Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Toiletten⸗Geheimniſſe. 243

kommen wir an die Reihe. Ahl! ich verſichere Sie, das Alles be⸗ trachtet uns genauer, als es eine Geliebte oder junge Frau macht.

Das habe ich nicht gewußt, entgegnete Arthur lachend.

Deßhalb müſſen wir in unſerem Anzug ſo außerordentlich, ja übermäßig correct ſein. Glauben Sie mir, für die Miniſter und dergleichen, die zum täglichen Rapport kommen, oder überhaupt für Alle, die Audienz haben, ſind wir Adjutanten ein wahrer Baro⸗ meter. Auf uns fiel der erſte allerhöchſte Sonnenblick, wenn ein ſolcher da war, oder wir bemerkten die erſten Wolken am Horizont aufſteigen, und dieſe Witterung zeigen wir nun an und verheim⸗ lichen ſie, je nach Umſtänden.

Durch den Anzug?

Durch den Anzug, durch den Ausdruck unſeres Geſichtes, ja durch die Stellung unſeres Bartes.

Ahl das iſt ja erſtaunlich! rief Arthur.Und wer verſteht ſich auf dieſe kleinen und feinen Nuancen?

Alle, denen was daran gelegen iſt. Ja, ihr meint, das Ding ſei ſo leicht, man habe da nur im Vorzimmer zu ſtehen und eine Meldung zu machen. Nein, nein! Das will Alles durchdacht ſein, denn ich verſichere Sie, ſo gut es bei den Schauſpielern denkende Künſtler gibt, ſo gibt es auch bei uns denkende Adjutanten.

Erſtaunlich! entgegnete luſtig der Maler.Und wie be⸗ trachtet man einen ſolchen Barometer, den Sie heute vorzuſtellen das Glück haben; das heißt, wie liest und verſteht man ſeine Zeichen?

Das iſt nicht leicht zu ſagen, erwiderte der Graf, indem er ſeinen Waffenrock zuknöpfte, den ihm der Kammerdiener zu glei⸗ cher Zeit feſt in die Taille hinein zog.Sehen Sie, zum Beiſpiel man hat ſeine Freunde, die man gerne avertirt, wie es drinnen aus⸗ ſieht, ohne ein Wort zu ſprechen, denn Sie wiſſen, in dem Vor⸗ zimmer halten ſich oft die Kammerdiener auf, die immens feine