240 Zwanzigſtes Kapitel.
wieſen war, ſo oft ſich größere Geſellſchaft bei ſeinem Herrn be⸗ fand, dieſe Eingänge zum Gewächshaus zu ſchließen, damit nicht unwillkürlich gegen den Befehl des Papa und Kriegsminiſters gehandelt werde.
Heute Morgen dagegen— es mochte zehn Uhr vorüber ſein— ſtanden die weiten Flügelthüren, die vom Salon aus ins Ge⸗ wächshaus führten, offen, und es iſt uns ſchon erlaubt, einen neu⸗ gierigen Blick hinein zu werfen.
Das Glashaus bildete den vierten Theil eines Kreiſes, ſowie oben ein ſpitzes Gewölbe in gothiſcher Form, beſtand auf beiden Seiten aus Eiſen und Glas, und enthielt einen fömlichen Winter⸗ garten. Von dem Salon des jungen Grafen aus ſtieg man ein paar Stufen hinab. Auf den hohen Ruhebänken dieſer kleinen Treppe ſtanden rechts und links Marmorfiguren in einem wahren Wald von blühenden Pflanzen aller Art, an deren Poſtament Schlinggewächſe empor rankten und ſich oben mit anderen Wucher⸗ ſtauden zuſammen ſchlangen, die an der Decke des Glashauſes empor krochen und ihre ſonderbaren Blüthen, tiefblaue und weiße Glocken, über die Häupter jener Figuren herab hängen ließen. Dunkler Epheu umſchlang die Wände der kleinen Treppe ſowie die Ruhebänke, und aus dem tiefen Grün dieſer Blätter glänzte hie und da eine brennend rothe fremdländiſche Blume, die jetzt ihren Sommer hatte, wo bei uns Schnee und Eis lag, hervor.
Die Wege des Glashauſes waren mit dem feinſten hellgelben Sande bedeckt und ſchlängelten ſich in der willkürlichſten, eigenſin⸗ nigſten Form um Gruppen und Bosquetten herum, die aus Oran⸗ gen, Lorbeer, Citronen, fremden Nadelhölzern beſtand und deren Ecken meiſtens mit Kryſtallgefäßen geſchmückt waren, in welchen Goldfiſche herum ſchwammen oder irgend eine ſeltene Blume ſich recht auffallend präſentirte.
Die ⸗Mitte des ganzen Glashauſes bildete eine große Kuppel mit hochſtämmigen Bäumen beſetzt, die einen marmornen Spring⸗


