Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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218 Achtzehntes Kapitel.

iſt, ſein Vater iſt vielleicht verkauft worden, ſeine Mutter, ſeine Brüder, was weiß ich! Und da kann es ihm mit ſeiner Familie auch ſo gehen; er ſieht das immer vor Augen, meint der Schellin⸗ ger, und gewöhnt ſich am Ende daran, und ſo wäre es denn lange nicht ſo ſchlimm, denkt der Schellinger, als wenn man unſereins Frau und Kinder verkaufen wollte.

Der Schneider nickte ſtumm mit dem Kopfe, als wollte er ſagen, ſeine Rede ſei vollkommen richtig ausgelegt worden.

Ja, meinte Richard, indem er die Arme über einander ſchlug, ſo Eines weiß es nicht beſſer, wie die Köchin von dem Aal ſagte, als ſie ihm lebendig das Fell abzog. Und dagegen müßte man ſchon Schritte thun.

Das muß man aber den Amerikanern überlaſſen, miſchte ſich Herr Wander in's Geſpräch.Gott! was geht uns die Ge⸗ ſchichte eigentlich an, und was können wir dazu thun? Ich be⸗ greife nur eigentlich nicht, wie die Geſchichten der amerikaniſchen Miß, die das Buch geſchrieben, bei uns ſo viel Spektakel haben machen können.

Der Schneider lächelte kopfſchüttelnd vor ſich hin, wurde aber nicht beachtet.

Aber da finden ſie ein Vergnügen daran, ſich Grauſamkeiten erzählen zu laſſen, die weit weg von uns geſchehen, darüber ein Maul zu machen und zu jammern. Und weßhalb haben die meiſten dieſer Enthuſiaſten kein Herz, wenn man ihnen vom Un⸗ glück zu Hauſe erzählt, und ſchmachten über den Ozean hinüber, wenn da einmal ein Onkel Tom verkauft wird oder irgend eine Mulattin davon läuft? Ich will es euch ſagen: den Jammer haben ſie wohlfeil, da hat man ihnen gut ſagen: na! wenn euch denn das Elend da hinten in Amerika ſo ungeheuer ſchmerzt, ſo thut was dafür, da zucken ſie die Achſeln und entgegnen: was können wir thun? Wir haben nur unſere Thränen. Ja, Thrä⸗ nen ſind wohlfeil!