Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Hinter der achten Couliſſe. 217 7

Na, wir glauben es ja! erwiderte Schwindelmann.Aber jetzt bleib' bei deinem Oberamtmann. Er rieth dir alſo vom Hei⸗ rathen ab?

Das verſteht ſich, erzählte Schellinger weiter.Siehſt du, ſagte der Oberamtmann, er ſprach natürlicher Weiſe ame⸗ rikaniſch wenn du hier heiratheſt, ſo haſt du freilich den Schutz der Geſetze, aber der iſt verflucht gering, und wenn du Kinder kriegſt und es gibt ſo'ne rare Race, wie du ſelber biſt, da geht dein Herr gleich her, ehe ſie noch ausgeflogen ſind

Was, Schellinger, ehe ſie noch ausgeflogen ſind? Was ſoll das heißen?

Habt ihr denn nie gehört, daß es da gewiſſe Stämme gibt, die ſich ordentliche Vogelneſter in die Bäume hinein bauen; es ſind eigentlich Menſchenneſter, und darin führen ſie ihre Haus⸗ haltung, und wenn die Kleinen anfangen zu laufen, da müſſen ſie zuerſt den Baum herunter und herauf krabbeln, und das neunt man ausfliegen. Das iſt nämlich der Stamm der ſogenannten Vögelneger..

Und darunter habt Ihr Euch vorzugsweiſe wohl aufnehmen laſſen? fragte Herr Hammer.

Es war nur ein vorübergehendes Gelüſte, antwortete der Schneider, indem er die Hände auf ſeine Knie legte und den Kopf tief herab ſinken ließ.Aber was nutzen mich meine ſchönen Geſchichten! Ihr ſeid wahrhaftig zu dumm, die Moral davon heraus zu finden.

Der erſte Maſchiniſt legte den Finger an die Naſe, nickte mit dem Kopfe und ſprach:ja a, ja a, es iſt nicht ganz ohne, was der Schellinger meint; er will nämlich ſagen, wenn es auch eine totale Ungerechtigkeit iſt, ſo einem armen Geſchlafen ſein Weib und ſeine Kinder zu verkaufen, ſo iſt es doch lange nicht ſo ſchlimm, als wenn ſo was bei uns geſchähe. Der Ge⸗ ſchlaf weiß vorher, wenn er ſich verheirathet, daß das dort ſo Mode