Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Hinter der achten Conliſſe. 213

langſam den Kopf erhob;„ich ſage es noch einmal: wenn ich von euch keine Hülfe hätte, ich wäre mit Weib und Kindern ein ver⸗ lorener Mann!“

„Dafür ſollte dem, für den man ſchafft, auch die Verpflichtung obliegen, Einen zu unterhalten, wenn man keine Hand mehr regen kann,“ meinte der junge Hammer.

„Das wäre nicht ſo übel,“ ſagte nachdenkend der Schneider. „Und ich will dir was ſagen, Richard, das kannſt du haben. Da mußt du dich ſchwarz anſtreichen laſſen und zu die Geſchlafen gehen; da haſt du's, wie es dein Herz begehrt: du arbeiteſt da ziemlich hart, das iſt wahr—“

„Bah!“ erwiderte der junge Zimmermanu,„was das harte Arbeiten anbelangt, davon kann unſereins auch erzählen. Ich will am Ende nicht einmal vom Theater ſprechen; aber man ſollte ein⸗ mal ſo ein Dutzend lumpige Neger, die ſich in ihrem Baumwollen⸗ feld bei ihrem Schaffen und ein Bischen Prügel beklagen, man ſollt' die fein thuenden Hallunken einmal auf einen Zimmerplatz hinaus thun, ſo wo es gilt, mit achtziger Balken zu arbeiten, na⸗ mentlich im Spätherbſt, wenn ein Dach aufzuſetzen iſt, und wo jeden Morgen das helle Glatteis auf den Balken ſitzt. Da hat man immer ſein Todtenhemd an; und was die Prügel anbelangt, da braucht man nur einen jähzornigen Obergeſellen zu haben, der ein Lattenſtück gut anzugreifen verſteht; da fliegen die Funken da⸗ von, das kann ich euch verſichern.“

„Aber dafür ſeid Ihr ein freier Mann,“ meinte Herr Wan⸗ der, indem er ſeine Spritze vorſichtig auf den Boden ſtellte, und eine Priſe aus der dargebotenen Doſe des erſten Maſchiniſten nahm..

„Ein freier Mann!“ lachte der Andere.„Ja, Ihr verſteht's!

— Jetzt bin ich frei, dachte auch der Eſel eines Tags, an welchem er die Säcke abgeworfen, und ſagte das dem Wolf einen Augen⸗ blick vorher, ehe dieſer ihn auffraß.“