Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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212 Achtzehntes Kapitel.

Leute über hundert Jahre alt werden.— Als ich damals dort war—.

„Wir wiſſen die Geſchichte ſchon, ja— a, ja— a,“ unter⸗ brach ihn Herr Hammer.„Als Ihr in Italien waret und eben⸗ falls krank, und als ſie Euch mit dem bewußten Mückenfett kurirt.“

„Nein, es war Schlangenhaut,“ entgegnete ruhig der Schnei⸗ der,„von der großen Schlange, die ſich am Baume aufhängt und dann ſelbſt ihren Balg abſtreift. Ich habe ein Stück davon mit⸗ gebracht.— Wollt ihr es ſehen?“——

„Später! ſpäter!“ ſprach ungeduldig Herr Hammer, und fuhr dann zu dem Anderen gewendet fort:„wie ich Euch ſagte, Albert, laßt Euch nur zuweilen vor den Regiſſeuren und dem Obermaſchi⸗ niſten ſehen. Faßt nur hie und da ein Tau an und thut, als wenn Ihr was ſchafftet. Haltet Euch dabei immer nur an meinen Sohn Richard, der reißt Euch ſchon durch. Und im Grunde iſt es ja ganz einerlei, man thut damit der Theaterkaſſe keinen Ab⸗ bruch, denn Richard arbeitet für zwei.“

„Ich bin Ihnen ſehr dankbar dafür,“ erwiderte der Kranke, „denn wie ſollte ich exiſtiren, wenn man mich als untauglich ent⸗ ließe! Da wäre mein letztes Brod gebacken und ich müßte gerade Hungers ſterben. Sie haben überhaupt ſchon ſo viel an mir ge⸗ than, daß ich gar nicht weiß, wie ich es wieder gut machen ſoll. — Ach! wer würde mich als Taglöhner nehmen!“

„Ja, es iſt eigentlich ein prekäres Geſchäft, ſo von ſeiner Händearbeit im Taglohn leben zu müſſen,“ ſagte Herr Wander. „Ich habe das oft mit angeſehen, wenn man ſechs Tage ſchafft, ſo hat man ſechs Tage Lohn; aber nun kommt der Sonntag, der doch zur Ruhe und zur Freude für Menſchen und Vieh geſchaffen iſt, und an dem iſt nichts da zu beißen und zu nagen, wenn man nicht von den paar Kreuzern der Wochentage ſich etwas aufhebt. Das iſt ſchlecht eingerichtet.“

„Und wenn man erſt krank wird,“ verſetzte Albert, indem er