Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Hinter der achten Couliſſe. 211

auf und ab wandelt und ſorgſam an Lampen und Decorationen umher ſpäht, um zuzuſpritzen, wo ſich ein verdächtiger Funke zeigt.

Vor dem Thronſeſſel auf einer künſtlichen Raſenbank ſaß Herr Schwindelmann, der jetzt ebenfalls, ſobald ſich ſämmtliche Künſtler und Künſtlerinnen im Theater befanden, nur am Ende eines jeden Aktes zu thun hatte, denn ſeine Nebenbeſchäftigung war alsdann, den großen Portalvorhang herab zu laſſen.

An der Couliſſe Numero acht, die ſehr weit hineingeſchoben war, lehnte der Sohn des Herrn Hammer, ein junger Menſch von einigen zwanzig Jahren, eine ſchöne, kräftige Geſtalt. Er war ebenfalls Maſchiniſt und ſprach gerade mit einem Kameraden, der neben ihm auf einem hölzernen Blocke ſaß, und der dem Aeußern nach den vollkommenſten Gegenſatz zu ihm bildete. War der junge Hammer mit ſeiner breiten und muskulöſen Geſtalt, mit dem friſchen, gutmüthigen Geſichte ein Bild der Geſundheit und des Lebens, ſo war der Andere ein leibhaftiges Conterfei der Krankheit, ja des Todes. Er ſaß mit gefalteten Händen, an den Fuß der Couliſſe gelehnt, und wenn er ſo ſchwer und tief athmete, ſo bemerkte man auf dem Rücken durch das dünne Röckchen hin⸗ durch, womit er bedeckt war, wie die Schulterblätter zitternd auf und ab gingen. Sein Geſicht war eingefallen, und er ſchien, in tiefes Nachdenken verſunken, auf die ſchwarze ſchauerliche Bank zu ſtieren, auf welcher Herr Schellinger ſaß.

„Ja— a, ja— a,“ ſagte der erſte Maſchiniſt mit dem Kopfe nickend, indem er ſich an den kranken Mann wandte,„nur nicht den Muth verloren, Albert. Das kann und wird Alles gut gehen. Wenn einmal der Winter vorbei iſt, mit ſeinem ewigen Schuee und Froſt— wenn der Frühling kommt—“

„Und wenn er reiſen könnte,“ meinte der Garderobegehülfe mit näſelnder Stimme und aufgehobenem Zeigefinger.„Wenn er reiſen könnte, da links herüber nach Italien, wo die meiſten