Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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210 Achtzehntes Kapitel.

ſchwarzen Frack, mit einem klugen Geſichte, auf welchem das Alter und vielleicht auch ein luſtiges Leben tiefe Furchen gezogen hatten. Aus dem ſchwarzen Halstuche ragte ein ziemlich hoher Hemdkragen hervor, aſchfarben wie der Teint dieſes Mannes, welchem nur ein paar ſcharfe dunkelblaue Augen etwas Lebhaftes verliehen; den Scheitel bedeckte eine kleine fuchſige Perrücke, die aber nirgendwo mehr feſtliegen wollte und rings herum ſtruppig und drohend in die Höhe ſtand. Das Merkwürdigſte an dieſem Manne aber war unbedingt eine ziemlich große Waſſerſpritze, die er geladen und aufgezogen an ſeinem linken Arme trug. Dies war Herr Wander, ein Mann, der ſeltſame Schickſale gehabt. Von guter, vermöglicher Familie, hätte er in ſeiner Jugend ein unabhängiges Leben führen können, wenn ihn nicht eine unüberwindliche Leidenſchaft zum Theaterleben an den Theſpiskarren geſpannt hätte, wo er übrigens mehr zum eigenen Vergnügen als zur wirklichen Hülfe mit lief. Das ging Alles ſo lange gut, als Jugend und Geld ausreichte; dann aber wollte ſich kein Theaterdirektor mehr mit dem Heern Wander einlaſſen, er durfte die geliebten Bretter nicht ferner be⸗ treten, und da es ihm denn doch einmal unmöglich war, von dem für ihn ſo anziehenden Leben und Treiben zu laſſen, ſo half er aus, wo man gerade ſeiner kleinen Dienſte bedurfte. So diente er nach und nach als Inſpicient, Requiſeur, Souffleur, ja er friſirte ſogar eine Zeit lang in der Herrengarderobe, und als das Alles nicht mehr ging und ihn Niemand mehr haben wollte, ſo kehrte er in ſeine Heimath, die Reſidenz, zurück, wo er das doppelte Glück hatte, eine kleine Erbſchaft zu machen, ſowie von dem Intendanten die gnädigſte Erlaubniß zu erhalten, bei großen Vorſtellungen als überzähliger Spritzenmann aushelfen zu dürfen.

Der Spritzenmann, geneigter Leſer, iſt eine Perſon, welche mit dem ſehr großen Exemplare eines Inſtrumentes, das dir unter einem unausſprechlichen Namen bekannt iſt, hinter den Conliſſen