208 Achtzehntes Kapitel.
ſonſtige Sitzgelegenheiten, die in den nächſten Akten gebraucht werden und worauf man es ſich bequem macht.
Auch in anderer Beziehung hat dieſes Plätzchen ſo weit nach hinten ſeine guten Eigenſchaften. Das unangenehme Volk der Statiſten in ihren ſeltſam duftenden Anzügen treibt ſich mehr vorn am Eingange herum und tritt hier Niemand in den Weg und auf die Hühneraugen; den Künſtlern erſten und zweiten Ranges iſt es da hinten natürlicher Weiſe viel zu dunkel und einſam, und ſelbſt das leichtfüßige Corps de Ballet hüpft, wenn es ja ein⸗ mal auf die andere Seite des Theaters muß, mit einem großen Sprunge bei der achten Coulliſſe vorbei, denn es zieht da manch⸗ mal ſehr ſtark, namentlich dringt gewöhnlich eine kalte Luft unten aus dem Podium hervor.
Die Decoration des erſten Aktes ſteht, und es iſt eine jener angenehmen Opern, in denen allaktlich die Scene ſtehen bleibt, weßhalb die meiſten Maſchiniſten und Zimmerleute nichts zu thun haben. Hinter der achten Couliſſe iſt nun ein artiges Plauder⸗ ſtübchen eingerichtet, und wer nicht gerade einen beſtimmten Poſten auf der anderen Seite hat, der findet ſich hier ein. Da iſt ein königlicher Thron, der nachher gebraucht wird und auf welchem der erſte Maſchiniſt ſitzt; doch hat er das Kiſſen von rothem Sammt herumgedreht und begnügt ſich mit dem ledernen Unterfutter.
Dieſer erſte Maſchiniſt war Herr Hammer, ein ſchon ältlicher Mann, der ſehr ſtark ſchnupfte, ſehr gerne erzählte und dazu be⸗ ſtändig mit dem Kopfe nickte, welches Nicken er vielfach mit dem Ausrufe:„Ja— a! ja— al“ begleitete, was er wahrſcheinlich that, um ſeine Zuhörer zu verſichern, ſeine Erzählung ſei wahr und nicht erfunden, welch' Erſteres von dem ganzen Theaterperſonal ſtark bezweifelt wurde, denn der erſte Maſchiniſt war dafür bekannt, daß er etwas heftig lüge, beſonders wenn er auf die Feldzüge zu ſprechen kam, die er mitgemacht.
Wir können hier eine andere Perſönlichkeit nicht übergehen,


