206 Achtzehntes Kapitel.
Achtzehntes Kapitel. Hinter der achten Couliſſe.
Wenn auch ſchon in Schrift und Zeichnung ſo tauſenderlei mitgetheilt worden iſt von dem Leben und Treiben hinter den Couliſſen, ſo war das inſofern recht oberflächlich, als es nur jenen Theil derſelben behandelte, welcher, ziemlich hell vom Lam⸗ penlicht beſchienen, dicht an der Bühne liegt. In die weiter zu⸗ rückgezogenen Räume, namentlich in die Tiefen des Theaters hinter dem letzten Vorhang, ſowie in die dunkeln Niſchen zwiſchen Einſchlag⸗, Donner⸗ und Regen⸗Apparat, oder jenem ſtillen Raume, wo die Seile der verſchiedenen Glockengeläute hängen, drangen wenig neugierige Blicke Uneingeweihter; von all⸗ dieſen dunkeln Orten wurde noch wenig Intereſſantes und Wahres berichtet, und dieſe ſind doch, wie alle Räume im Himmel und auf Erden, mit Weſen, und zwar mit geſchäftigen und ſehr wichtigen Weſen be⸗ völkert..
Hier haust nämlich ſeit unvordenklichen Zeiten und ſobald die Dekoration eines jedesmaligen Actes ſteht, das Geſchlecht der Maſchiniſten und Zimmerleute, der Feuerwächter und der Aus⸗ helfer. Der Glanz und der Lärm der Bühne iſt ihnen verhaßt, ſie ſuchen gern ein ſtilles Plätzchen, wo ſie ruhig zuſammen plau⸗ dern oder auch einzeln über ſo Manches nachdenken können. Das ſind meiſtens keine ganz gewöhnlichen Menſchen, und Viele von ihnen haben ſchon verſchiedene Carrieren verſucht, ehe ſie endlich hier als die unſichtbaren Lenker der Pracht und Herrlichkeit des Theaters hängen geblieben ſind. Den ganzen Tag hier in einem ewigen Halbdunkel beſchäftigt, haben ſie ſich allmälig daran ge⸗ wöhnt und lieben die ſtillen Räume mit ihrem ſanften, zweifel⸗


