Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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46 Viertes Kapitel.

„Ah! das iſt etwas Anderes,“ erwiderte die Tänzerin lachend. „Dann wollen wir ihn im Zwiſchenakt beobachten, und wenn ich ihn kenne, will ich dir aufrichtig ſagen, ob da viel oder wenig zu befürchten iſt.“.

Hiemit hatte die Unterredung ein Ende, denn der Inſpicient rief in dieſem Augenblicke:„meine Damen, das dritte Tableaux beginnt!“ Die Klingel ertönte; die Dekoration wechſelte abermals; das Theater ſtellte einen weiten Park vor, die beiden unvorſichtig Liebenden freuen ſich ihres Lebens inmitten des ebenfalls luſtigen

Hofſtaates, da erſcheint plötzlich der Herzog, begleitet von Fackel⸗

trägern, und jetzt erfolgt die Scene, wie wir ſie ſchon oben be⸗ ſchrieben. Fürchterlich ſchön war der Herzog anzuſehen, und als er ſo über die Bühne dahinglitt, angefüllt mit Wuth und Rachedurſt, die Fäuſte geballt, den Bart ordentlich emporgeſträubt, da wurde ihm ein unendlicher Applaus zu Theil. Die unglückliche Braut ſinkt nach ihrem großen Pas de deux in Ohnmacht, der ganze Chor macht übermäßige Anſtrengungen, Entſetzen, Schrecken, ſowie alle möglichen Leidenſchaften auszudrücken, und— der Vorhang fällt.

Es war ein Glück, daß die Solotänzer und Tänzerinnen ſich im Zwiſchenakte umziehen mußten, denn ſonſt wäre an dem Vor⸗ hang nicht ſo bald eine Oeffnung frei geworden. Auch ohnedies mußte Demoiſelle Thereſe ihr ganzes nicht geringes Anſehen auf⸗ wenden, um ein halbes Dutzend verſchiedenartiger Geſpenſter und junger Teufel, die im letzten Akt vorkommen, zu verſcheuchen, bis ſie endlich an der Gardine einen Platz erobern konnte. Dann ſtellte ſie ihre Collegin vor ſich hin und ſagte:„jetzt ſchau durch und ſage mir, wo er ſitzt.“

Die andere Tänzerin legte ihr Auge eine kleine Weile an die Oeffnung, dann trat ſie zurück und bat Thereſe, hinauszuſchauen und mit dem Blick ihren Erklärungen zu folgen.„Du ſiehſt,“ ſagte ſie,„die königliche Mittelloge, von der zähle rechts vier Säu⸗ len.— Haſt du?“