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44 Viertes Kapitel.
ſtanden. Die Beiden gingen etwas abſeits und ſtellten ſich hinter eine Felspartie, die im dritten Akte vorkommen ſollte.
„Du haſt mir etwas mitzutheilen,“ ſprach Demoiſelle Thereſe hier zu ihrer Collegin.„Eliſe hat es mir geſagt.“
„Es iſt mir recht lieb, daß ich mit dir ſprechen darf,“ ant⸗ wortete die andere Tänzerin.—„Aber haben wir auch Zeit?“
„Ueber eine Viertelſtunde; die langweilige Gartenſcene dauert wenigſteus zehn Minuten, dann kommt der Chor der Ritter und Burgfräulein, bei dem wir ja nichts zu thun haben.— Nun, fängt deine Tante endlich an, dich zu plagen?“
Das junge Mädchen nickte mit dem Kopfe und ſah einen Augenblick ſtumm vor ſich nieder. Dann ſagte ſie:„du kennſt meine Tante?“
„Leider kenne ich ſie. Der Teufel ſoll ſie holen!— Aber weiter; ich habe immer geglaubt, du erfahreſt nichts von ihrem heimlichen Geſchäfte.“
„Lange erfuhr ich auch nichts davon,“ verſetzte Marie.„Gott! wenn man ſechszehn Jahre alt iſt, hat man ja keine böſen Gedanken. Und dann habe ich im Hauſe auch nie was Schlimmeres bemerkt; wir leben wie die ruhigſten Bürgersleute.“
„Ja, ja, das glaube ich wohl,“ lachte Thereſe.„Madame
vermittelt blos. Nun, und endlich?“
„Was ſoll ich ſagen, endlich? Schon ſeit mehreren Wochen ſpricht ſie von der ſchweren Zeit, von dem wenigen Verdienſt, den ich habe; meine Wäſche allein koſte mehr, ſagt ſie, und daß es auf längere Zeit nicht ſo gehen könne.—— Warum ich mir keinen Geliebten anſchaffe? meinte ſie neulich.“
„Ah! zu einem Geliebten wird ſie ſchon Einen in Ausſicht haben. Tritt dir Jemand häufig in den Weg, auf den du Verdacht haſt, oder kommt irgend wer ins Haus, dem ſie dich verkaufen will?“
„Nein, nein,“ ſagte das junge Mädchen,„in meine Nähe kommt Niemand. Und doch hat ſie Jemand in Ausſicht für mich.“
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