Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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16 Erſtes Kapitel.

Unterdeſſen ſchlug Schwindelmann brummend und murrend den Schlag zu, und der Wagen pollte durch ein paar Straßen, um endlich vor einem alten aber ziemlich großen Hauſe zu halten. Dies Gebäude mit hohem, ſpitzem und ausgezacktem Giebeldach hatte vier Stockwerke, rechnete man aber die Wohnungen in benann⸗ tem hohem Giebel dazu, ſechs Etagen, in welchen jedoch wenigſtens fünfzehn Familien wohnten. Abends, wenn die Fenſter beleuchtet waren, ſah dies Haus aus wie eine Kaſerne oder eine Fabrik, hatte auch ſonſt mit dieſen beiden einige Aehnlichkeit, denn hier hörte man ein ewiges Summen und Rauſchen, und den ganzen Tag lief Groß und Klein geſchäftig die alten, ausgetretenen Trep⸗ pen auf und ab.

Schwindelmann ſprang von ſeinem Tritt herab, zog an einer Glocke, die außen angebracht war, und kaum ertönte der Klang, als ſich auch ſchon oben hoch im Giebelfelde ein Fenſter öffnete und eine ſchwache, zitternde Stimme herabrief:gleich, gleich ſie kommt ſchon.

Sie wird ſich wieder recht abhetzen, ſagte nachdenkend Schwin⸗ delmann, worauf die Fünf in dem Wagen ein abermaliges Ge⸗ lächter erhoben, welches ihnen aber von dem Theaterdiener die Bemerkung eintrug, daß ſie ſammt und ſonders keine Schwäne ſeien. 3

Jetzt öffnete ſich die Hausthüre und zwei Geſtalten wurden ſichtbar, eine größere und eine kleinere. Die größere war Clara, die kleinere ihre ſechsjährige Schweſter, die ein Paketchen unter dem Arm hatte, während die Tänzerin ſelbſt ein größeres trug, das auch Schwindelmann ſogleich mit außerordentlicher Sorgfalt abnahm.

Haſt du die Näherei? fragte Clara darauf ihre kleine Schwe⸗ ſter.Gib ſie her, mein Herz, und geh hinauf, es iſt kalt. Dar⸗ auf beugte ſie ſich zu dem Kinde nieder, nahm das Paketchen aus