Schuldig!
Achter Auftritt. Die Vorigen, ohne Babett.
Müller
chat ſich ängſtlich der Frau Bendel genähert und beſieht erſtarrt das Schnupftuchd. Eliſe!— Eliſe? Kratzer
cder das Tuch der Frau Bendel aus der Hand nimmt, worauf dieſe den Arm ſchlaff herunder fallen läßt).
Das iſt ja das Tuch, welches ich vorhin von der Erde aufgeho⸗ ben habe. In der That, ein recht feines Taſchentuch.— Müller! Müller! ſtille Waſſer ſind tief, ich wußte nicht, daß du ſo anſtän⸗ dige Bekanntſchaften haſt.
Müller(ganz niedergeſchmettert).
Ich wußte es auch nicht. Mach Luft ſchnappend, indem er Kratzer auf die andere Seite führt, wobei Frau Bendel verſtohlen den Kopf nach ihnen umwendet.)
Höre, Kratzer, du biſt mein Freund, du biſt ein Mann von Fach,
du beobachteſt, du ſtellſt die Umſtände zuſammen und bildeſt dir
daraus deine Meinung.— Welche Meinung haſt du von mir? Kratzer.
Hm, hm! Das kann man an den Fingern herzählen: Du biſt ein ſtiller, verſchlagener Menſch, der bis jetzt die ganze Welt getäuſcht hat, ein Menſch, von dem man glaubt, er ſei die Soli⸗ dität ſelber, ein Menſch, der aber Nachts herumſchwärmt, ja damit noch nicht genug, ſeinen Hausſchlüſſel mißbraucht, wie Frau Bendel ſagte..
Müller(mit gefalteten Händen). Und du glaubſt nicht, daß dieſe deine Meinung falſch iſt? 4 Kratzer.
Müller. Wenn ich dir aber einen feierlichen Schwur leiſte, daß ich nichts davon weiß, wie jenes Mädchen in mein Zimmer gekommen iſt?
Nein.


