Schuldig! 325
Kratzer Cerſtaunt). Alſo iſt ſie noch da?— Müller creſignirt). Ja, ſie iſt noch da.— Aber wenn ich dir ſchwöre, bei Allem—? Kratzer. Schwöre nicht falſch! Entweder biſt du ein ungeheurer Heuchler oder ein wirklicher Nachtwandler. Müller(entſetzt). Ich fürchte faſt das Letztere.— Aber, Freund, gib mir einen Rath, ſage mir, was ich anfangen ſoll. Kratzer. Läugnen kannſt du nicht mehr, ſage daher die Wahrheit, die volle Wahrheit. cFür ſic.) Ich bin doch neugierig, wie das Dämchen
ausſieht.
(Frau Bendel hat die Beiden ſcharf beobachtet, aber immer den Kopf wieder umgewandt ſowie ſich einer nach ihr umdrehte. Müller geht zögernd auf ſie zu, bleibt aber einigemal fragend ſtehen, um ſeinen Freund anzuſehen, wodurch dann daſſelbe Spiel wiederholt wird.
Müller.
Frau Bendel, hören Sie mich! Es iſt hier etwas Unerklär⸗ liches vor ſich gegangen, mir aber gänzlich unbewußt.— So hören Sie doch!— Ja, es iſt etwas vorgegangen, ich geſtehe das ohne es erklären zu können.— Die Frau hört nicht. EErſrrend.) Kratzer, dieſe Ohnmacht fängt an, mir Schrecken einzujagen.
Kratzer.
Sei unbeſorgt. Gur ſich) Wir wollen ſie ſchon aufwecken.
cLaut) Wo iſt denn das Mädchen?
Müller. Schrei doch nicht ſo!
Kratzer. Wo haſt du ſie verſteckt?
Müller
(deutet verſtohlen und ängſtlich auf's Nebenzimmer. Hm!— Aber ſchrei nur nicht ſo!


