Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Schuldig!

Babett.

Davon werden Sie ſich wohl noch überzeugen können. Die Treppen herabgekommen iſt ſie nicht wieder, dafür ſtehe ich Ihnen, ich habe ſehr gut aufgepaßt; alſo muß ſie noch hier oben ſein.

Frau Bendel(wehmüthig).

Noch hier oben ſein! In meinem Hauſe, in ſeinem Zimmer, in meiner Gegenwart! O, ich bin ein miſerables Geſchöpf, ich muß einſtens ſchwere Sünden begangen haben, weil ich ſo viel

abbüßen muß. Ach, ich ertrage es nicht! Csie fäut in den L Tiſch, nimmt das Taſchentuch, um ſich die Augen damit zu wiſchen. iſt, beſieht ſie es genauer und entdeckt zu ihrem größten Schrecken,

tuch iſt.) Auch das noch!

ehnſtuhl am Da es aber ſehr naß daß es ein Damentaſchen⸗

Müller.

Nein, ſage ich, und zehntanſendmal nein! Wenn ſich auch Alles gegen mich verſchworen hat, und wenn mich Babett auch will geſehen haben und es feierlich beſchwört, ſo lügt ſie doch. Ich bin mit keinem Frauenzimmer die Treppen herauf gegangen, ich bin geſtern Nacht um elf Uhr ruhig nach Hauſe gekommen, an hoͤch⸗ ſter Wuth ich habe in meinem Lehnſeſſel geſchlafen und habe das vollkommenſte Recht dazu, denn ich bin kein Kind mehr, das Nachts zu Bette gebracht werden muß, und brauche in meiner Stube das Examiniren nicht noch dazu über Sachen, die alle erlogen ſind. Jetzt läuft mir endlich die Galle über!

(Frau Bendel fällt mit einem lauten Schrei in Ohnmacht, hält ab geſtreckt von ſich aus, damit man den Namen auf demſelb⸗

Babett. Ach, die Frau ſtirbt! Zu Hülfe! zu Hülfe! Kratzer.

Halt Sie Ihr Maul, dumme Gans! Hol' Sie eine Flaſche friſches Waſſer; ich wette hundert gegen eins, die Frau Bendel ſtirbt nicht eher, bis die Sache ſich aufgeklärt hat.

(Babett ab.)

er das Taſchentuch ſo ab⸗ een leſen könne.)