Schuldig!
Frau Bendel u Müllen.
Iſt denn nicht ein Reſt von Schamgefühl in Ihrem Herzen übrig? Können Sie es ertragen, daß die Magd in meiner Gegen⸗ wart Ihre Schande aufdecke?
4 Müller.
Sie ſoll Alles aufdecken, ich weiß von keiner Schande. Sie ſoll von mir ſagen, was ſie mag, ſtill will ich bleiben, wie Gott will. Frau Bendel.
Nun denn, Babett, was hat Sie vorhin geſehen? Wer ſchlich die Treppen hinauf?
Babett. Nun ja, der Herr Müller, ganz ſcheu und heimlich. Müller.
Babett. Ich bin keine Creatur, ich ſage, was wahr iſt, und das iſt
Wann das? Creatur!
wahr: heimlich und ſcheu ſind Sie hinauf geſchlichen mit— mit—
Müller
(im Vordergrund ruhig zum Himmel blickend). Sprich es nur aus, der Himmel hat mich verlaſſen. Ich bin ein armes, wehrloſes Schlachtopfer. Frau Bendel. Sprech' Sie, Babett! Babett. Mit einem Frauenzimmer. Müller. Gerechter Gott! Entweder habe ich in der That einen Dop⸗ pelgänger, oder ich bin ein unglückſeliger Nachtwandler. Kratzer. Sieh da, ſieh da, unſer Freund! Ei der Tauſend! hätt' Je⸗ mand das gedacht?— Und wie iſt der Geſchmack unſeres Freun⸗ des Müller? War das Franenzimmer jung und hübſch?


