Schuldig!
Müller.
Laſſe mich zufrieden! Kratzer. 3
Ein Zeugenverhör, das iſt ſehr wichtig, lieber Freund, und das erſte und einzige Mittel, um deine Unſchuld an den Tag zu bringen.
Siebenter Auftritt. Die Vorigen. Die Magd.
Kratzer Cur ſich, die Hände reibend).
Wir wollen ſie ein wenig verhetzen. czu Müͤller) Ich ſehe aber gar nicht ein, weßhalb du dir das Alles gefallen läßt? Zeig' doch den beiden Weibsleuten die Thüre, du biſt doch Herr auf deiner Stube.
Müller cniedergeſchmettert).
O, lieber Freund, unglücklicher Zuſammenhang— ich ſtehe mit der Frau Bendel nicht blos in miethlichem Verhältniß, du weißt, ich liebe ſie.
Kratzer(ſcheinbar erſtaunt).
Ja ſo! Gir ſich) Ich habe es ſchon längſt gewußt. Czu Frau Bendet) Es iſt freilich unrecht, den Hausſchlüſſel auf ſolche Art zu mißbrauchen; aber ſeien Sie geſcheidt, Frau Bendel, Jugend hat nicht Tugend. Eine kluge Miethsfrau drückt manchmal beide Au⸗ gen zu.
Frau Bendel cheimlich zu ihm).
O Herr Kratzer, wenn Sie blos die Miethsfrau vor ſich ſähen — aber nein— gewiſſe geheime Verhältniſſe, die nächſtens öffent⸗ lich werden ſollten; können Sie ſich denken, jenes Ungeheuer hat mich ſeiner Liebe verſichert!
Kratzer. Ah, das iſt fürchterlich! Dann müſſen wir die Babett hören. Hackländers Werke. XV. 21


