320 Schuldig! geſagt an jenem Tage, wo ich Ihnen den Hausſchlüſſel anvertraute? — Herr Müller, ſagte ich, es gibt etwas, worauf ich ſtreng halte; dies Haus iſt ein ruhiges, ehrbares Haus, ich vermiethe nur an ledige Herren, an ſolide Herren. Sollte es aber je vorkommen, daß dieſe ledige Herren ledige— cich ſchamhaft die Augen zuhaltend) v ich kann es nicht ausſprechen!—
Kratzer. Sie wollten ſagen: ledige Frauenzimmer mitbrächten— Frau Bendel. Ja, ja!— dann, dann wäre es aus mit uns. Kratzer. 1 Und er hat das gewagt? O du Tugendſpiegel! Müller. Nein, nein, das iſt nicht wahr! SFürſich.) O Gott! das Ne⸗ benzimmer— ich werde toll! Frau Bendel. Er hat's gewagt.— Ja— ich Unglückſelige! Müller cin tiefem Nachdenken). Ich hätte es gewagt? Frau Bendel. Man hat ihn geſehen— Müller.
Man hat mich geſehen? O! Mein Traum heute Nacht von Raub und Mädchenentführung Ccchaudernd, die da im Nebenzimmer! — Wenn dieſer Traum kein Traum geweſen wäre, wenn ich viel⸗ leicht nachtgewandelt hätte!— Aber nein! es iſt nicht wahr, es iſt nicht wahr!
A
Frau Bendel. Sie läugnen noch?— Babett, komm' Sie herein! CSielauft bald an die Thüre, bald an den Liſch.) Sie wollen nicht geſtehen? Babett! im Augenblick komm' Sie herein!


