Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ÿÿx:ͦ:O::O:˖:ꝛñLp/ñ˖ʒñ

Schuldig! 319

Frau Bendel. Ah, guten Morgen, Herr Kratzer! Verzeihen Sie mir, ich war vorhin etwas heftig gegen Sie. Kratzer. O, ich bin das ſchon gewohnt. 8 Frau Bendel.

Nehmen Sie mir's nicht übel. Ja, ich geſtehe meinen Fehler, ich fürchtete immer, Ihre häufigen Beſuche würden meinen ſanften ruhigen, vortrefflichen Miethsmann verderben. Aber jetzt bin ich darüber beruhigt.

Kratzer. Haben Sie meine Solidität erkannt? Müller. Was wollen Sie damit ſagen, Frau Bendel? Frau Bendel.

Was ich damit ſagen will? Was ich damit ſagen will? Daß an Ihnen nichts mehr zu verderben iſt. Schau Einer doch den ſoliden Herrn an! Hat auf ſeinem Lehnſtuhl geſchlafen die ganze Nacht! Wer ſollte ſo dumm ſein, das zu glauben?

Kratzer. Es iſt allerdings höchſt unwahrſcheinlich. Frau Bendel an höchſter Aufregung).

Auf dem Lehnſtuhl geſchlafen die ganze Nacht! Das ſollte ich glauben? nimmermehr! Haben Sie es geglaubt, Herr Kratzer? nimmermehr! Würde es die ganze Welt glauben? Nein! nein! nein! und abermals nein!

Müller cgeht zu ihr).

Aber, Frau Bendel, ich weiß ja gar nicht, was ſie wollen; gſehr ſanfo nehmen Sie mir nicht übel, das iſt doch eigentlich mein Zimmer.

Frau Bendel cerhaben). Ihr Zimmer aber mein Haus. Was habe ich Ihnen