Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Schuldig!

Müller haſtigh.

Der Traum iſt aber wahr.

Kratzer.

Stille! Bei einer Durchſuchung ſeiner Wohnung fand ſich jedoch das corpus delicti, das Mädchen, vor, wodurch das Vor⸗ bringen des Delinquenten als ein durchaus unbegründetes, aller Wahrſcheinlichkeit entbehrendes und ſomit erdichtetes erſcheint.

Müller(ſeufzend).

Das Mädchen iſt wirklich da!

Kratzer.

Du benimmſt dich vortrefflich als Angeklagter. Mit Pathos.) Die erſte Frage an die Geſchworenen lautet nunmehr: iſt der An⸗ geklagte des Raubs und der Entführung ſchuldig? Gpauſe) Jetzt ſchau in's Publikum; das iſt ein großer Moment, Alles blickt auf den Richter und den Verbrecher, die Augen und Gläſer ſtren⸗ gen ſich übermäßig an, um den geringſten deiner Geſichtszüge(du ſtellſt ja den Verbrecher vor) zu erſpähen. Ich trete nun wieder erſter Geſchworener einen halben Schritt vor, räuſpere mich und ſage: aber jetzt gib' auf den Ton Achtung Schul⸗ dig!(In ſeinen gewöhnlichen Ton verfallend.) Und nun hilft dir Niemand mehr' auf der ganzen weiten Welt. Du biſt verurtheilt, du wirſt eingeſteckt, der Kanzlei⸗Aſſiſtent Müller iſt todt, es exiſtirt ferner nur noch Nummer 400, wenn ſie dir nämlich ſo eine ſchöne Num⸗ mer geben. Doch jetzt ſchenk' ein, daß der Kaffee nicht kalt wird; wo haſt du denn den ⸗Zucker?

Müller

(Eindem er wieder an den Lehnſtuhl geht).

Ja ſo, ſchuldig Zucker ſchuldiger Zucker. Mntt Entriü⸗ ſtung auffpringend Aber wozu brauche ich hier in meinem Zimmer Staatsanwalt, Geſchworene, Richter und Verbrecher? Wozu brauche ich alle dieſe Geſchichten? Habe ich dir deßhalb Kaffe gekocht?