316 Schuldig!
hättet ihr ihn auf zwanzig Jahre in Eiſen geſteckt. Aber wenn man das Mädchen bei ihm gefunden, ſo hätte ich als Obmann der Geſchworenen auch laut und feierlich gerufen cer öoͤffnet die Thüre, erblickt das Mädchen und ſchreit laut und entſetzt). Schuldig!(Zieht ſchnell den Schlüſ⸗ ſel ab, dann erſchöpft und abgewandt) ja— vielleicht— ſchuldig. Kratzer(der ihm den Rücken kehrte). Du brauchſt das Schuldig nicht ſo hinaus zu ſchreien. Man ſieht wohl, daß du noch nie erſter Geſchworeuer warſt, oder daß du noch nie auf der Armenſünderbank geſeſſen.
(Müller ſchaut unterdeſſen alle Augenblicke mit dem größten Schrecken nach der Thüre und ſcheint abgeſpannt und zitternd.)
Da du aber ein unbeſcholtener Mann biſt— Müller Chatb keiſe). Das habe ich auch ſtets geglaubt. Kratzer. Dem Niemand etwas Uebles nachſagen kann— Müller Lwie vorhin). Das war bisher mein Stolz. Kratzer. 1
Und was du da vorhin von Juſtizmord ſchwatzteſt, das iſt Zopf, Rococo, davon kann jetzt bei unſerer Verfahrungsweiſe gar nicht mehr die Rede ſein. Stelle dir z. B. vor, du ſeiſt der Miſſe⸗ thäter— Muleer lacht, als ob er weinte) du ſpielſt deine Rolle recht na⸗ türlich!(Müller gibt ſich Mühe, ſeine Faſſung wieder zu erhalten.) Der Staats⸗ anwalt reſumirt alſo: anit Pathosh der Angeklagte iſt beſchuldigt, in der Nacht von dem auf den einen Raub begangen und ſich zu glei⸗ cher Zeit einer Entführung ſchuldig gemacht zu haben. Derſelbe läugnet jedoch dieſe Verbrechen und gibt blos zu, ihm habe etwas Aehnliches geträumt und er müſſe die That, wenn ſie ſich überhaupt zugetragen, im Zuſtande des Nachtwandelns verübt haben. Trotz des ihm gemachten Vorhalts der Unwahrſcheinlichkeit ſeiner Be⸗
hauptung beharrt der Angeklagte doch auf ſeinem Vorbringen des Traumes.
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