Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Schuldig! 315

ſitzen, zweitens ſein Bett unberührt, drittens ihn, zitternd an

allen Gliedern, und viertens in großer Nervenaufregung. (Müller ſchaut ihn bei jeder Nummer, die er aufzählt, verwirrt an und begeht immer größere Ungeſchicklichkeiten)

Aber auf dieſe Art bekommen wir heute keinen Kaffee. Was treibſt du denn eigentlich? Müller.

Und was fragſt du noch? Ich bin ein Mann des gemüthlichen Friedens, und ſchon als Kind war mir die Erzählung von Mord⸗ thaten und dergleichen verhaßt. Nun kommſt du her mit kalter Blutgier, wie eine Hyäne, und erzählſt mir ſolche Grenelthaten.

Kratzer.

Das iſt eine ſehr lehrreiche Geſchichte mit ſchönem Erfolg.

Wie geſagt der Kerl kam zwanzig Jahre in Eiſen. Müller.

Das nennt er einen ſchönen Erfolg zwanzig Jahre in Eiſen, weil er ein Nachtwandler war! cseußzend.) Solche Juſtizmorde noch in unſern Tagen!

Kratzer.

Kein Juſtizmord; aber du läßt einen nie ausreden. Die voll⸗

gültigſten Beweiſe waren ja vorhanden. Müller.

Ah ſo! das iſt was Anderes.

Kratzer.

Man fand nämlich im Nebenzimmer ſeiner Wohnung das ge⸗ raubte Mädchen verſteckt.

Müller(erleichtert).

Verſteckt hatte er das Mädchen, der Menſch? Allerdings bei ſo ſprechenden Beweiſen hätt' ich auch nicht länger gezweifelt. Nun iſt der Kaffee fertig und ich will hier aus dem Nebenzim⸗ mer den Zucker holen.(Er geht an die Thüre deſſelben und zelgt große Heiterkeit.) Siehſt du, alter Junge! Ich habe geglaubt, auf bloßen Verdacht

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