Schuldig! 3⁰0⁵
das heißt zuerſt den Hund loslaſſen und dann ihr, meiner lieben Bendel, vorerſt noch Hausfrau, bald aber mehr! einen guten Mor⸗ gen wünſchen. Ja, ja, ein guter, aber auch ein ſchöner Morgen iſt das! Alles ſo friſch und duftig draußen. CoEr beugt ſich zum Fen⸗ ſter hinaus. Auch meine Amſel beginnt ihre Morgenſtücke! So nicht— wart'— ich pfeife dir's vor!(Er pfeift die erſte Zeile der Fahnenwacht, die Amſel draußen antwortet ihm in einer andern Tonart.).
(Man klopft. Fährt zurück aus dem Fenſter.) Wie ich doch ſo leicht erſchrecken kann! Wahrhaftig, das macht der Traum und das ent⸗ führte Mädchen— cEs klopft noch einmal) Wer kann ſo früh kommen? — Herein!
Dritter Auftritt.
Voriger. Frau Bendel t(tritt berein, wirft einen Blick im Zimmer umher und ſieht den Aſſiſtenten forſchend an). Müller. Ah, Frau Bendel, ſo früh?— Ein ſchöner Tag! Hat Sie das ſchöne Wetter ſo früh aus den Federn gejagt? Frau Bendel. Ich habe mich noch nicht nach dem Wetter umgeſehen, ich war noch nicht aus dem Hauſe. Ich pflege nicht ſo früh auszugehen oder— ſo früh nach Hauſe zu kommen.
Müller. Ich auch nicht, Frau Bendel. Ich habe kaum einen Blick zum Fenſter hinaus geworfen.— Es muß ein ganz prächtiger
Tag werden. Frau Bendel cetwas ſpitzigh. Das frägt ſich noch ſehr, ob der Morgen ſchön wird. Müller ur ſich. Die gute Frau Bendel ſcheint übel gelaunt zu ſein. CLaut.) Haben Sie gut geſchlafen? Hackländers Werke. XV. 20
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