Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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306 Schuldig! Frau Bendel

(mit einem Blick auf das unberührte Bett). Ich?— vortrefflich!— Und Sie, Herr Müller? Müller.

Ich?— O, auch ich nicht ſchlecht— ſo ziemlich, wollt' ich ſagen!

Frau Bendel.

Das kann ich mir denken. CsSie holt tief Athem) Hm! hm! CLebhaft) Nein, Herr Müller, nehmen Sie mir es nicht übel, Herr Müller, daß ich mich unterſtanden, Sie ſo früh zu ſtören, Herr Müller, aber— aber—

Müller. Aber, was haben Sie denn, beſte Frau Bendel? Frau Bendel.

Beſte Frau Bendel? Csie ſchlucktheftig. O, ich— ich habe gar nichts, nicht das Geringſte. Ich wäre nicht gekom men, Sie ſo früh zu ſtören, aber als Hausfrau iſt es meine Schuldigkeit, darauf zu ſehen, daß nicht ſchon Morgens Früh um vier Uhr meine Haus⸗ thüre offen ſteht, und ich wollte Sie deßhalb recht ſehr bitten, Herr Müller, wenn Sie künftig die Nächte außer dem Hauſe herum⸗ ſchwärmen, die Thüre hinter ſich zuzuſchließen, wenn Sie am Mor⸗ gen nach Hanſe kommen.

Müller.

Ich, Frau Bendel?

Frau Bendel.

Sie!— Oder waren Sie vielleicht dieſe Nacht nicht aus dem Hauſe?— Sehen Sie doch Ihr Bett an.

Müller. Mein Bett?— ja!

Frau Bendel.* Und Ihren Rock von geſtern, Ihren ſchönen Sonntagsrock! Sehen Sie, wie er voll Staub iſt. 3