Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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38 Der geheime Agent.

Zweiter Auftritt.

Graf. Später der Geheimerath. Graf cllein).

Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich hatte immer gehofft, einmal in einem Kampf mit einem Günſtling oder mit etwas der⸗ gleichen meine Stärke zu probiren; doch daß der Herzog mit ſolch' außerordentlicher Klugheit zu Werke gehen würde, und mir nichts, dir nichts, einen Rathgeber kommen ließe, den er dadurch ganz un⸗ angreifbar macht, daß er ihn für uns unſichtbar erhält, das hätte ich nicht erwartet. Es gibt nun aber zwei Mittel, um gegen die⸗ ſen geheimen Agenten zu operiren. Entweder wir Gleichgeſinnten am Hofe ſchließen uns alle feſt an einander, verſchanzen uns hinter die Macht, die wir heute noch in Händen haben, und bieten Allem, was da kommt, trotzig die Stirn.— Oder wir handeln wie man⸗ cher große Feldherr, der durch kluges Aufgeben einer feſt und ſicher geglaubten Poſition ſich und ſeine Macht gerettet. Hm!— Hm! Wenn man die Sache vom Standpunkte der Billigkeit betrachtet, ſo begreife ich vollkommen, wie indignirt der Herr über die Art ſein muß, wie er und ſein Land regiert wird.— Ueberlegen wir die Sache genau.

(Zwei andere Räthe treten ein.)

Hören wir aber vor allen Dingen, ob mein College nichts Näheres weiß.„(Zu dem Geheimerathe, indem er ihn vorführt.) Nun, wie ſteht's? Haben Sie etwas erfahren?

Geheimerath. 3

Wenig, ſo gut wie gar nichts. An keinem Thor der Stadt will man geſtern eine auffallende Equipage haben einpaſſiren ſehen. Nur die Wache an dem Südthore glaubt gegen vier Uhr geſtern