Der geheime Agent. 39
Nachmittag einen ſehr eleganten Reiſewagen bemerkt zu haben, der auf der Straße vielleicht hundert Schritte vor der Barriere hielt. Graf.
Das iſt unſer Feind!
Geheimerath.
Ein junger Mann ſei ausgeſtiegen und habe ſich durch eines
der kleinen Thore in den Schloßgarten verloren. Graf.
Das iſt er, ohne allen Zweifel!— Aber hier im Schloſſe geht jede Spur verloren und ſelbſt der Oberſthofmeiſter hat bis jetzt nichts entdecken können.
Geheimerath. Sollte nicht vielleicht der Kammerdiener George?— Graf.
Unmöglich!— eine Creatur des Herzogs! hat von jeher gegen uns gearbeitet, machte mir heute Morgen, wie ich über den Corri⸗ dor ſchritt, eine ſo heitere Verbeugung, daß es mich wahrhaft frap⸗ pirte(ſich zum dritten Rathe wendend:).
Herr Rath, wollen Sie ſo freundlich ſein, und uns durch den Kammerherrn anmelden laſſen,'s iſt unſere Stunde.
(Dieſer geht hinaus, der Kammerherr kommt und geht in das Kabinet des Herzogs links.) Geheimerath.
Am meiſten überraſcht es mich, daß man in der Stadt ſchon von der Anweſenheit dieſes geheimen Agenten unterrichtet zu ſein ſcheint. Mich verſicherte heute Morgen mein Kanzlei⸗Direktor, daß man bereits geſtern Abend in verſchiedenen Cirkeln von dieſem Unbekannten geſprochen, daß man ſeiner als Werkzeng triumphirend erwähnt habe, vermittelſt welches der Herzog uns, die getreuen Räthe, in die nöthigen Schranken zurückweiſen würde.
Graf.
Sol ſo!— ei! ei!


