Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Der geheime Agent. 37 Graf.

Nun ja, dies Geheimniß in Ihrem Departement und dann die kleine Ungnade der Frau Herzogin— Oberſthofmeiſter.

Es iſt wahr!

Graf.

Fragte ſie nicht während der Tafel, ob das Vorzimmer Seiner Durchlaucht, in welches Sie geſtern vor dem Diner ſo eifrig hin⸗ eingeblickt, vielleicht neu eingerichtet worden ſei?

Oberſthofmeiſter.

Fürchterlich!

Graf.

Ja, es ſcheint mir gewiß, daß an dieſem Hofe irgend eine Veränderung bevorſteht. Eine ſchwüle Luft—

Oberſthofmeiſter. Es kommt mir auch ſo vor. Graf.

Seit geſtern ein ganz anderer Ausdruck in den Geſichtern. Ich verſichere Sie, beſter Oberſthofmeiſter, die kleine Ungnade der Frau Herzogin, in ſonſtigen Zeiten unbedeutend, fällt heute in's Gewicht, wir müſſen uns ſtützen, uns ſelbſt und gegenſeitig.

Oberſthofmeiſter.

Ja, das wollen wir, thue jeder das Seine; ich will einen Gang durch die Vorzimmer Ihrer Durchlaucht thun, um zu ver⸗ ſuchen, ob ich vielleicht vor der Morgen⸗Promenade noch im Stande bin, ein ganz ergebenes Wort anzubringen.

Graf.

Thun Sie das, ich will unterdeſſen hier beim Rapport das

Terrain ſo gut wie möglich unterſuchen.

(Oberhofmeiſter ab ins Vorzimmer der Herzogin.)