Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Der geheime Agent. 15

Prinzeſſin.

Man will Sie vermählen!

Herzog.

Mich vermählen? mich vermählen!? Da Sie mir es ſagen, muß ich es glauben, will es gern glauben. Sehen Sie, wie ich vor Freude erzittere. Hat meine Mutter einmal wahr und warm für mich gefühlt, hat ſie mit ihrem ſcharfen Auge endlich entdeckt, was Sie mir ſind, Eugenie? Sie ſchweigen, Sie ſchütteln den Kopf! Bei Gott! Sie machen mich ungeduldig!

Prinzeſſin.

Da ich es Ihnen ſage, mein Fürſt, daß die Herzogin an dem Hofe von Braunſchweig eine Gemahlin für Sie geſucht und für Sie gefunden hat, werden Sie es mir glauben und aus der Re⸗ ſignation, mit welcher ich vor Ihnen ſtehe, entnehmen, wie wahr und aufrichtig ich zu Ihrem Beſten allem, allem Glücke entſagt.

Herzog.

Und ich ſollte Ihnen entſagen? nie! Ich ſoll mich ver⸗ mählen, eine Frau nehmen, die ich nicht kenne, nicht liebe? und ich ſoll dulden, daß man das dort drinnen aktenmäßig ausmacht? Nein, das Maaß iſt voll, ich will zeigen, wer Herr iſt!

Prinzeſſin.

Unternehmen Sie nichts, Herzog! Was wollen Sie thun,

ohne Sie, ohne mich zu compromittiren? Herzog.

Rathen Sie mir, Eugenie! Sie ſind ein kluges Mädchen, Sie meinen es gut mit mir. Ihr Rath war ja immer, wenn auch bis⸗ weilen hart für mich, wohl gemeint, denn er kam aus einem füh⸗ lenden Herzen.

Prinzeſſin.

Jeder Schritt, den Sie gegen den Beſchluß Ihrer Miniſter thun, iſt, wie die Sachen ſtehen, leider gegen Ihre Mutter gerich⸗ tet, Sie können nicht auf einmal offen und kräftig auftreten, Sie