14 Der geheime Agent.
Mädchens zu dem harmloſen Jüngling für ein Unrecht, nachdem dieſer Jüngling Herzog geworden. Seitdem habe ich Alles verlo⸗ ren, Eugenie, Alles; ich habe nichts mehr für mich allein! meine Freuden, ſowie meine Leiden, liegen offen vor Jedermanns Blicken
da.— Es war grauſam von Ihnen, mir mein ſüßes, ſo au be⸗ wahrtes Geheimuiß zu rauben. Prinzeſſin.
Nicht ſolche Worte, Durchlaucht! Bedenken Sie, wer wir
ſind und— wo wir ſind; vor dem Kabinet der Herzogin! Herzog..
Laſſen wir meine Mutter, ſie denkt jetzt nicht an uns, ſie be⸗ ſchäftigt ſich mit ernſteren Dingen; was ſind in ſolchen Augen⸗ blicken, wo ſie für das Wohl des Staates ſorgt, wir für unbedeu⸗ tende Dinge in ihren Augen!— Seien Sie unbekümmert.— Doch was haben Sie, Eugenie?
Prinzeſſin.
O ſie denkt an uns, und gerade in dieſem Augenblicke eifriger als je; ich verſichere Euer Durchlaucht, man denkt ſehr ernſtlich an uns, ich wollte ſagen: an Sie— die Herzogin, die Mi⸗ niſter—
Herzog.
Sie machen mich neugierig. Seit wann hätten es meine Miniſter der Mühe werth gefunden, ſich ernſtlich mit mir zu be⸗ ſchäftigen?
Prinzeſſin.
Gerade in dieſem Augenblicke.— Doch was rede ich?— Es iſt ſehr unrecht, Ihnen die Geheimniſſe Ihrer Mutter zu verrathen, Geheimniſſe, die ich zufällig erfahren.
Herzog.
Geheimniſſe? Will man mich vielleicht wieder unter Vormund⸗ ſchaft ſtellen, erſcheint vielleicht ſogar der kleine Schein von Herr⸗ ſchaft, den ich habe, zu viel, zu unerträglich?— Nun, Eugenie?


