Der geheime Agent. 4
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Herzog. Zu Ihren Befehlen, Mama! (Sie geht in das Zimmer rechts, die Prinzeſſin macht eine Verbeugung und bleibt im Salon. Der Kammerherr durch die Mitte ab.)
. Herzog
(ſieht ſich forſchend nach allen Seiten um und eilt dann auf die Prinzeſſin zu).
Endlich, Eugenie, iſt es mir vergönnt, Sie einen Augenblick allein zu ſehen!
Prinzeſſin.
Euer Durchlaucht—
Herzog.
Immer Euer Durchlaucht! O, Eugenie, ich habe mit Ihnen ein beſonderes Unglück. Sie allein ſehen in mir beſtändig nur den Herrn, während alle Andere vertraulich mit mir umgehen; cbitter lahend' bei Gott! vertraulicher, unendlich herablaſſender.
Prinzeſſin.
Weil ich eine von den Wenigen bin, die es mit Euer Durch⸗
laut offen und ehrlich meinen. Herzog.
Thun Sie das wirklich, Eugenie?— Offen und ehrlich? Ja ich glaube es! Aber ich bekenne es Ihnen, Ihre Offenheit thut mir weher, als die Falſchheit der Uebrigen.
Prinzeſſin.
Durchlaucht!
. Herzog.
Wie war es ſonſt ſo anders mit uns, Eugenie? in jenen glück⸗ lichen Zeiten, wo ich nur Ihr Verwandter war? wo die Herzogs⸗
krone, die man endlich für gut fand, auf mein Haupt zu ſetzen,
noch nicht dieſe entſetzliche Scheidewand zwiſchen uns gezogen? Waren es nicht beſſere Zeiten, in welchen ich Ihre mir ſo theure Liebe, Eugenie, und das ſüße Geheimniß dieſer Liebe mein nennen durfte? Ich bin in der That ſehr arm geworden, denn ich verlor Beides auf einmal. Sie erklärten die Liebe des unbefangenen


