Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Weihnachtsmärchen. 237

zimmer, wo die großen geſchnitzten Tiſche und Stühle ſtanden und die Wände mit gewaltigen Hirſchgeweihen verziert waren. Dort ſtand ein großer Tannenbaum, mit vielen Lichtchen beſteckt, und oben an der Spitze hingen zwei große goldene Fahnen, die ganz geheimnißvoll rauſchten. Unter dem Baume legte die Schweſter des Förſters einen ſchönen neuen Jagdanzug hin und ein pracht⸗ volles reich mit Silber eingelegtes Gewehr. Draußen heulte der Nord⸗ wind durch den Wald und die Zweige der Bäume, ſowie die Wald⸗ bächlein rauſchten und murmelten in ſeltſamen Weiſen dazwiſchen. Da legte plötzlich der Förſter ſeine Hand an das Ohr, denn es war ihm, als vernehme er in der Ferne das Rollen eines Wagens.

Höre, ſagte er zu ſeiner Schweſter,vernimmſt du nichts? Es iſt mir doch gerade, als käme noch ſo ſpät ein Wagen den breiten Waldweg heraufgefahren.

Jetzt eilte die Schweſter an's Fenſter. Das Rollen und Raſ⸗ ſeln kam immer näher und ſie rief auf einmal verwundert aus: du haſt Recht. Sieh, dort biegt eben ein Wagen aus dem Walde heraus und fährt gerade auf unſer Haus zu. Jetzt hält er ſchon vor der Thüre. Was mag das ſein?

Da wurde die Thür des Zimmers haſtig geöffnet und Guſtav trat herein und führte an der Hand eine wunderſchöne Dame, die hatte ein weißes ſeidenes Kleid an, das war mit Spitzen beſetzt, und auf dem Kopfe trug ſie einen Myrthenkranz mit einem langen wallenden Schleier.

Seht, Vater, rief der junge Jäger freudig aus,das iſt meine liebe Braut, die Ihr hoffentlich mit Freuden aufnehmen werdet.

Ach, die junge Dame war ſo ſchön und lieblich anzuſehen; der alte Förſter und ſeine Schweſter nahmen ſie bei der Hand und wußten gar nicht, wie ihnen geſchah. Und als darauf die junge Dame zu ihnen ſprach, daß es klang wie lauter Silberglöcklein: ja, wenn Ihr mich aufnehmen wollt, bleibe ich bei Euch als